Object: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Der Skhepiicismus. 
tung hervortreten. Aus Reisebeschreibungen, wie aus historischen 
Berichten werden die Tatsachen wahllos zusammengelesen; es fehlt 
jedes Prinzip ihrer Sichtung und der kritischen Prüfung ihrer 
Glaubwürdigkeit. Nirgends entdeckt man hier den entscheidenden 
Charakterzug der modernen Zeit, nirgends einen Gegensatz zu der 
Art, in der Sextus Empiricus seine Belege auswählt und gruppiert. 
So zeigt sich eine merkwürdige Umkehrung: der Zweifel, so radikal 
er gegenüber den logischen Grundlagen des Denkens auftritt, ver- 
sagt gegenüber dem einfachen „Faktum“ und seiner Ueberlieferung. 
Die Skepsis ist nicht zum Begriff der historischen Kritik vor- 
zedrungen. Bei Montaigne bereits besteht ein bezeichnender Ge- 
zensatz zwischen der theoretischen Zweifelslehre und dem naiven 
Zutrauen, mit dem er allenthalben abenteuerliche Erzählungen 
und Berichte aufnimmt und zu Beispielen und Schlussfolgerungen 
zusammenfügt. Ueber den skeptischen Gedankenreihen erhebt 
sich eine eigene und unabhängige Welt der Phantasie. Wenn 
indes diese Doppelheit hier in dem Stilcharakter des Ganzen wur- 
zelt und mit zu dem ‚eigentümlichen Reiz des Werkes gehört, so 
wird sie in der nüchternen und doktrinalen Form von La Mothe 
ie Vayers Dialogen zum Widerspruch. Die nächste und notwen- 
dige Aufgabe innerhalb der Lehre musste die Kritik der geschicht- 
lichen Ueberlieferung bilden: man erkennt hier eines der inneren 
und sachlichen Motive, die zur Fortbildung des Skepticismus in 
Bayle hinüberführen.
	        
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