Sellen wir nun zu, wie es sieh' mit allen diesen Vortheilen,
ja mit der Durchführbarkeit der Alternativwährung
überhaupt verhält.
Vor Allem muss der Alternativwährung entgegengehalten
weiden, dass seihst tür den Fall, als sie dauernd durchgeführt
weiden könnte und alle sonstigen Vorzüge vorhanden wären,
dieselbe doch das denkbar unbequemste Währungssy.stem
genannt werden müsste. Sie will dem Verkehre (icdd und
Silber zugleich als legales Zahlungsmittel verschaffen und
gelangt schliesslich stets dahin, ihn auf eines dieser beiden
zu beschränken, was dann um so störender und gefährlicher
ist, da die Bevölkerung zuvor an den entgegengesetzten Zu
.stand gewöhnt worden war. Sie verleitet den Verkehr, sich
auf (xold und Silberstücke zugleich eiiizurichten, und entzieht
ihm dann abwechselnd eines von beiden, ja sie bietet ihm
1111 raschen Uebergange plötzlich das eine statt des anderen.
In der ersten Hälfte dieses .Jahrhunderts musste .sich so der
französische Verkehr mit den unbehildichen Fünffrankenstücken
genügen lassen, was um so härter empfunden wurde, da die
bequemen (Goldstücke den Franzosen stets von ferne vorschwebten,
ihnen aber praktisch nicht erreichbar waren. An den
zienilicb jäh und unvermittelt erfolgten Uebergang zur (Goldciiculation
nach 1 S:)l gewöhnten sich die Franzosen rasch, da
es das (Goldgeld eigentlich ist, welches läng.st schon ihren/Bedürfnisse
entsprochen hätte. Man kann aber wohl behaupten,
(la.ss •nunmehr ein abermaliger Uebergang zur groben Silbermünze,
wie er unvermeidlich wäre, wenn die Länder des lateini.schen
Münzbundes gegenwärtig mit der IhqipelWährung Ernst
machen wollten , vom französischen Volke .schlechterdings
nicht vertragen werden könnte.
Bcijuem wäre also diese Alterniriing nicht. Ist sie aber
in Wahrheit vorhanden? Kann man mit Sicherheit darauf
rechnen, dass das aus der (b'rciilatton eines Landes oder der
gesammten Welt verschwundene, im Preise gestiegene Edelmetall
demnächst oder überhaupt jemals wieder in den Verkehr
gelangen würde, so lange die (Gesetzgebung auf der einmal
angenommenen Werthrelation beim nt? Es ist dies möglich,
aber durchaus nicdit .sicher, ja wenn man die ge.schichtlichen
Erfahrungen zu Käthe zieht, nicht einmal waluscheinlich.