Full text : Währung und Handel

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gekehrt  õOnial  und  l(M)inal  so  theuer.  Es  sollte  daher  auch
Niemand  beifallen,  die  3Iöglichkeit  zu  bestreiten,  dass  nach
Verlauf  eines  genügend  langen  Zeitraumes  Gold  lOOfach  so
hoch  oder  vielleicht  auch  nur  halb  so  hoch  im  l^reise  stehen
kann  als  Silber.  Man  ist  derart  bei  Eeststellung  einer  Werthlelation,
  man  mag  es  dabei  wie  immer  anstellen,  lediglich  auf
die  nackte  Willkür  gewiesen.
Die  Alternativwährung  würde  also  voraussichtlich  zur
factischeii  Silberwährung  werden,  sie  würde,  auch  wenn  sie
von  allen  Staaten  der  Erde  acce¡,tirt  wurde,  allgemach  das
Gold  aus  der  Circulation  verdrängen  und  dasselbe  niemals
wieder  in  dieselbe  zurückkehren  lassen.  Im  Principe  ist  allerdings ­
  auch  das  Umgekehrte  möglich,  nämlich  die  vollständige
Verdrängung  des  Silbers;  aber  wahrscheinlich  ist  nur  das
Erstere  und  Wolowsky  wird  zugeben,  dass  dies  von  der
grössten  Unbequemlichkeit  für  den  modernen  Verkehr  begleitet
.sein  müsste.  ^Möglicher-,  ja  wahrscheinlicherweise  könnte  sieh
in  einem  solchen  Falle  die  Gesellschaft  dazu  gezwungen  sehen,
sieh  des  Goldes,  welches  im  gemünzten  Zustande  nicht  mehr
existireu  würde,  in  Barrenform  zu  bedienen  und  dasselbe,  ganz
unbekümmert  um  die  gesetzliche  Tarifirung,  den  reellen  Marktverhältnissen
  entsprechend,  zu  bewerthen.  Per  Effect  wäre
also'  lediglich  ein  Zurückgreifen  auf  den  Zustand  des  reinen
Wagegeldes  für  den  grossen  Verkehr.
Was  hat  es  nun  mit  der  Entlastung  der  Schuldner  durch
die  Alternativwährung  .für  ein  Bewandtniss?
Vor  Allem  muss  bestritten  werden,  dass  die  Entlastung,
auch  wenn  sie  auf  anderem  Wege,  als  durch  eine  Schädigung
der  Gesammtheit  vor  sich  ginge,  so  durchaus  billig  und  human
sei,  wie  Wolowsky  glaubt.  So  macht  z.  B.  Knies  mit  Recht
darauf  aufmerksam,  dass  es  auch  reiche  Schuldner  und  arme
(7laubiger  gebe,  dass  es  insbesondere  angesichts  des  modernen
Actienwesens  nicht  eben  human  und  billig  genannt  werden
könnte,  den  kleinen  Rentner,  die  arme  Waise,  die  sich  im  Besitze ­
  einiger  Prioritäten  oder  Pfandbriefe  befinden,  zu  Gunsten
der  grossen  Actionäre  oder  der  (7  rossgrundbesitzer  zu  verkürzen. ­
  Aber  allerdings  hat  in  diesem  Punkte  Eaveley  insofern ­
  Recht,  als  er  geltend  maeht,  dass  der  Schuldner  denn
doch  im  grossen  Ganzen  der  Ihoducent,  der  active  Erzeuger
l)r.  Th.  Hertzka,  Währung  und  Handel,  19
            
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