Full text : Währung und Handel

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sich  am  längsten  besinnt,  dasjenige  in  Angriff  zu  nehmen,  was
dauernd  zu  vermeiden  nicht  mehr  in  der  ^iacht  eines  europäischen ­
  Staates  liegt.
Was  nun  die  Wolowsky'sche  Alternativwährung  anlangt,
so  geht  zwar  auch  diese  von  irrigen  Voraussetzungen  aus,
aber  sie  schildert  doch  Zustände,  wie  sie  unter  einem  Zusammenwirken ­
  günstiger  Verhältnisse  sich  eine  Zeit  lang  erhalten
können,  und  that  sächlich  auch  durch  JJecennien  erhalten  haben  ;
sie  stellt  die  Natur  nicht  auf  den  Kopf,  und  ihre  Conseipienzen
sind  in  keinem  Punkte  absurd,
Wolowsky  anerkennt,  dass  der  Preis  der  Edelmetalle
durch  das  Verhältniss  von  Angebot  und  Nachfrage  bestimmt
sei;  er  bestreitet  nicht,  dass  es  unmöglich  sei,  die  Werthrelation ­
  beider  unabänderlich  zu  fixiren;  er  gibt  zu,  dass  bei
einer  Differenz  zwischen  der  Alarktrelation  und  dem  gesetzlichen
  Werthverhältnisse  das  im  Preise  gestiegene  ]\Ietall  sich
allnuilig  aus  dem  (leidverkehre  zurückziehen  müsse.  Er  beugt
sich  also  vor  allen  wirthschaftlich  festgestellten  ('onsecjuenzen
einer  solchen  Eixirung  der  Werthrelation  ,  und  be.streitet  nur
Zweierlei:  erstens,  dass  diese  (  onseipienzen  zu  einer  vollständigen ­
  und  da  u  e  r  n  d  e  u  Dcmonetisirung  des  einen  Metalls
führen  können,  und  zweitens,  dass  die  von  ihm  vorausgesetzte
Alternirung  in  der  (leldfünction  beider  Metalle  irgendwie
schädlich  oder  ungerecht  sei.  ,1a  er  sucht  sogar  zu  bewei.seii,
dass  seine  Alternativwälnung  in  do])j)elter  Richtung  sehr
bedeutenden  Nutzen  brächte.
Ein  Staat,  der  die  Alternativ  Währung  einfühlt,  muss
ihm  zufolge  auf  Gimnd  sorgfältiger  Erhebungen  das  durch
eine  längere  Periode  tliatsächlicli  bestehende  Werth  verb  ältniss
  der  Edelmetalle  zu  ergründen  suchen  und  dieses  dann  zur
Hasis  seiner  Gesetzgebung  machen.  Die  lateinische  Relation
von  I  zu  10Va  entspreche  nun,  wie  die  Erfahi  ung  gezeigt
habe,  iliesen  Anforderungen  im  hohen  Grade,  denn  die  Werthrelation ­
  habe  sich  bis  in  die  jüngste  Zeit  ihr  ziemlich  genau
angepasst;  sic  könne  daher  füglich  weiters  in  Kraft  erhalten
werden.  Dies  würde  nun,  selbst  wenn  alle  civilisirten  Staaten
dem  französischen  ^lünzbunde  beitreten  wollten,  keineswegs
verhindern,  dass  bei  einem  Sinken  der  Goldproduction  oder
            
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