. verglichen mit der Menge an Gold, welche die inländischen Goldmünzen:
enthalten. Beim Einschmelzen von 100 Fr. in goldenen 10-Fr.-Stücken
erhält man genau so viel Gold, als in 81 goldenen Zehnmarkstücken:
enthalten ist. Daher kommt es, daß der deutsch-französische Wechselkurs
sich immer mit ganz kleinen Abweichungen um 81 herum bewegt.
Aus demselben Grunde bewegt sich der deutsch-englische Wechselkurs
immer um 20,43. Wer in Friedenszeiten 1000 Fr. in Frankreich zu
zahlen hat, schickt diese 1000 Fr..nicht in französischen oder deutschen:
Goldmünzen nach Frankreich, sondern er sucht einen auf 1000 Fr.
lautenden Wechsel zu kaufen, den etwa.ein deutscher Kaufmann in
Händen hat, weil er an eine französische Firma Waren geliefert hat,
Für diesen Wechsel ist er bereit, einen Kurs von 8r zu zahlen, aber
niemals etwa 82 oder 83 oder gar, wie wir es jetzt während des Krieges
tun müssen, über 100 M. und zwar aus dem Grunde, weil es dann für
ihn billiger käme, deutsche Goldmünzeri nach Frankreich zu senden,.
wo dann immer durch Einschmelzen von 81 M. 100 Fr. gelöst werden
können. Er wird auch bereit sein, etwas mehr als einen Kurs von 81
zu zahlen, denn er hat durch Versendung, Versicherung, Einschmelzen
der Goldmünzen Spesen, wegen derer er bereit ist, auch z. B. 81,20 M.
oder 81,30 M. zu zahlen, aber er wird nicht über den sogenannten Goldexportpunkt
hinausgehen, d. h. über den Punkt, zu dem es für ihn vorteilhafter
wird, Goldmünzen zu exportieren. — Umgekehrt wird jeder,
der Wechsel auf Frankreich zu verkaufen hat, sie nicht viel unter 81 M.
hergeben, denn sonst läßt er sich billiger von seinem französischen
Schuldner Zwanzigfrancsstücke remittieren, die er dann durch Einschmelzen
so verwerten kann, daß 100 Fr. = 81 M. sind. Auch hier
wird er bereit sein, um die Spesen zu vermeiden, den Wechsel etwas
billiger abzugeben, also etwa für 80,80 M. oder 80,60 M., nicht aber für
| weniger, als dem sogenannten Goldimportpunkt entspricht. Diese
beiden Goldpunkte, zwischen denen sich stets der deutsch-französische
Wechselkurs bewegte, sind nach Haupt = 80,56 und 81,37 M. Auf
diese Weise ist zwischen allen Ländern mit Goldwährung ein normaler
| Stand der Valuta vorhanden, die sogenannte Parität, welche den gegen-.
| seitigen gesetzlichen Ausprägungsverhältnissen der Goldmünzen entspricht,
So kommt es, daß zwar das Geld jedes Landes nur Gültigkeit
innerhalb der Grenzen des eigenen Landes hat und dennoch die Geldsorten
aller Länder mit Goldwährung einen international-einheitlichen
Preis aufweisen. Das den Goldwährungen zugrunde liegende gleiche
Metall schafft einen gebundenen festen Ausgleichspreis, eine Solidarität
zwischen den verschiedenen Geldmärkten.
Das Gold bildet also das internationale Ausgleichungsmittel