thumbs : La crise du petit commerce

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Kulturelle  Verhältnisse

in  der  Schulfeindlichkeit  der  Bevölkerung  als  in  der  ungenügenden
Anzahl  von  Schulen  und  in  der  Unzulänglichkeit  der  Schulbaulichkeiten. ­
  In  den  9052  Ortschaften  Rumäniens  bestanden  nämlich
insgesamt  bloß  6066  Volksschulen,  von  denen  nur  2088  mit  3721
Klassen  in  eigenen  zweckentsprechenden  Gebäuden  untergebracht
waren,  während  der  Rest  sich  teils  mit  älteren,  meist  einzimmerigen
Häusern,  teils  sogar  mit  gemieteten  Räumen  begnügen  mutzte.
Zwar  wurde  durch  ein  Gesetz  vom  Jahre  1906  eine  vom  Staate  mit
30000000  Lei  dotierte  Schulkasse  errichtet,  welche  den  Schulgemeinden ­
  die  zum  Baue  geeigneter  Schulhäuser  erforderlichen  Mittel
vorstreckt.  Doch  konnte  sie,  obwohl  sie  bis  1910  Vorschüsse  von
8491057  Lei  gewährte,  die  vorhandenen  Mängel  bisher  noch  lange
nicht  vollständig  beseitigen.
Unzulänglich,  wie  die  Unterbringung,  ist  auch  die  Anzahl  der
Lehrer.  An  allen  Volksschulen  Rumäniens  wirkten  1912/13  insgesamt ­
  8240  Lehrkräfte.  Sie  werden  aus  Staatsmitteln  ärmlich
entlohnt  und  leisten  wenig.  Von  616570  eingeschriebenen  Kindern
erreichten  nur  49180  das  Lehrziel  der  Volksschule.  Datz  unter
solchen  Umständen  die  Zahl  der  Analphabeten  in  Rumänien  eine
bedeutende  ist,  kann  nichftWunder  nehmen.  Bei  der  letzten,  1912
vorgenommenen  Volkszählung  wurde  konstatiert,  datz  von  den  über
7  Jahre  alten  männlichen  Einheimischen  46,5  %  und  von  den  weiblichen ­
  79,5  %  weder  lesen  noch  schreiben  konnten.
Neben  den  öffentlichen  Volksschulen  bestehen  noch  261
private,  und  zwar  168  mit  staatlichem  und  93  mit  eigenem  Lehrplane, ­
  ferner  30  Kindergärten  und  88  konfessionelle  Kinderasyle,
welche  von  zusammen  29076  Kindern  in  Anspruch  genommen
werden.
An  die  Volksschule  schlietzt  sich  der  Mittelschulunterricht
an,  welcher  teils  fachlich,  teils  allgemein  ist.  Der  fachliche
Unterricht  wird  in  Rumänien  sehr  gepflegt,  um  den  Zuflutz  der
Jugend  von  den  akademischen  Studien  möglichst  ab-  und  den  praktischen ­
  Berufen  zuzulenken.  Die  Fachschulen  bezwecken  die  Vorbereitung ­
  für  die  Land-  und  Forstwirtschaft,  für  die  verschiedenen
Gewerbe  und  für  den  Handel  und  unterscheiden  sich  einerseits  in
Knaben-  und  Mädchenschulen,  andererseits  in  elementare,  niedere
und  höhere  Kurse.  Für  Knaben  bestanden  1908  8  elementare  und
9  niedere  Ackerbauschulen  mit  632  Schülern,  13  elementare,  13  niedere ­
  und  2  höhere  Gewerbeschulen  mit  2084  Schülern,  und  12  Handelsschulen ­
  mit  624  Schülern,  für  Mädchen  7  Haushaltungsschulen
mit  70  Schülerinnen  und  30  gewerbliche  Schulen  mit  4187  Schülerinnen. ­
  Alle  diese  Anstalten  werden  vom  Staate  erhalten  und
verwenden  zusammen  704  Lehrkräfte.
            
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