Full text : Wirtschaftspolitisches Handbuch von Rumänien

3.  Kulturinstitute,  Wissenschaft,  Literatur,  Kunst
An  Kulturinstituten  besitzt  Rumänien  die  Stiftung  Carol
und  die  Akademie  der  Wissenschaften.
Die  Stiftung  Carol  wurde  vom  König  Carol  zur  Erinnerung
an  sein  23jähriges  Regierungsjubiläum  errichtet  und  mit  einem
Prachtgebäude  sowie  mit  einem  Kapital  von  200000  Lei  bedacht,
welches  sich  seither  durch  Privatspenden  auf  496913  Lei  erhöht  hat.
Die  Stiftung  bezweckt  die  Anlage  einer  Bibliothek,  die  Drucklegung
wertvoller  Arbeiten  armer  Autoren  und  die  Unterstützung  bedürftiger
Studenten.
Die  Akademie  der  Wissenschaften  (Academia  romänä)
wurde  1866  von  der  Regentschaft  zur  Regelung  der  offiziellen
Rechtschreibung  sowie  zur  Ausarbeitung  einer  rumänischen  Grammatik ­
  und  eines  Lexikons  des  rumänischen  Sprachschatzes  errichtet
und  durch  das  Gesetz  vom  29.  März  1879  als  nationales  Institut
mit  dem  erweiterten  Zwecke  der  Pflege  der  Sprache  und  der  nationalen ­
  Geschichte  sowie  der  nationalen  Wissenschaft,  Literatur  und
Kunst  anerkannt.  Sie  erhält  vom  Staate  eine  Jahresdotation  von
30000  Lei,  hat  aus  Spenden  ein  Vermögen  von  über  23  Millionen
Lei  angesammelt  und  gibt  jährlich  über  1000000  Lei  aus.  In  den
letzten  7  Jahren  allein  hat  sie  Stipendien  von  916389  Lei  gewährt.
Die  Akademie  ist  nicht  bloß  höchste  Instanz  in  Fragen  der  Sprachgestaltung
  (Sprachreinigung,  Orthographie,  Anregung  und  Auswahl ­
  von  Lehrmitteln),  sondern  auch  bemüht,  aufstrebenden  begabten ­
  Kräften  pekuniäre  Förderung  angedeihen  zu  lassen,  indem
sie  Mittellose  studieren,  wissenschaftliche,  von  ihr  angeregte  Arbeiten
drucken  sowie  Studenten  und  Forscher  zu  allgemeiner  Ausbildung
und  für  besondere  wissenschaftliche  Untersuchungen  in  das  Ausland
reisen  läßt.
Die  Wissenschaft  wurde  in  der  Walachei  und  in  der  Moldau
ausschließlich  aus  der  Fremde  bezogen.  Zu  ihrem  Betriebe  fehlte
es  an  Bildungs-  und  Forschungsinstituten,  sowie  auch  an  Forschungs-
  und  Sammeltrieb.  Seit  der  Vereinigung  der  Donaufürstentümer ­
  war  man  bemüht,  auf  dem  Umwege  über  die  Aneignung
der  besten  fremden  Methoden  zu  bodenständigen  wissenschaftlichen
Methoden  zu  gelangen,  die  allein  den  besonderen  Erfordernissen
des  Landes  gerecht  zu  werden  vermochten.  Die  Frucht  dieser  Bemühungen ­
  war  die  Veröffentlichung  zahlreicher  gründlicher  wissenschaftlicher ­
  Arbeiten  über  das  Land  und  das  rumänische  Volk.  Insbesondere ­
  auf  dem  Gebiete  der  rumänischen  Geschichte  wurden  namhafte ­
  Erfolge  erzielt.  Seit  1880  hat  die  Akademie  die  rumänischen
            
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