Bei den freundlichen Beziehungen, in denen wir zu der
Dresdner Handelskammer stehen, erübrigen sich weitere
Ausführungen. Ich gebe nur der Freude Ausdruck, unseren
hochverehrten Herrn Kommerzienrat Collenbusch als Vertreter
der Handelskammer in unserer Mitte begrüssen zu können.
Mit besonderer Freude begrüsse ich ferner Herrn Kommerzienrat
Opitz als Vertreter der alt angesehenen Dresdner
Kaufmannschaft, ferner Herrn Fabrikbesitzer Müller als
Vertreter der Freien Vereinigung Dresdner Kaufleute
und Industrieller, Herrn Fabrikdirektor Schumann
als Vertreter des Verbandes der Metallindustriellen
für die Kreishauptmannschaft Dresden und ausserdem
die von den uns angeschlossenen Verbänden — und zwar
dem Verein der Industriellen von Dresden-Löbtau
und dem Leipziger Brauereiverbande — entsandten
Delegierten.
Dass auch der Bund der Industriellen die Reise nicht
gescheut hat und die Herren Direktor Rascher und Generalsekretär
Dr. Wendlandt zu uns gesendet hat, erfüllt uns mit
grossem Danke.
Meine sehr geehrten Herren! Der Verband Sächsischer
Industrieller, der Sie heute zu sich geladen hat, ist noch eine
junge Pflanze, die aber in der Zeit ihres bisherigen Wirkens
schon ein kräftiges Wachstum zu verzeichnen gehabt hat, obwohl
sie nicht im Sonnenscheine obrigkeitlicher Gunst, sondern im
scharfen Winde der Kritik und mannigfacher Anfeindungen sich
entwickeln musste. Dass sie trotzdem so gut gediehen ist, das
zeigt, wie fest sie im Boden gewurzelt ist.
Dieser Boden ist aber auch der denkbar günstigste, denn
es ist der Industrieboden Sachens, unseres Vaterlandes. Dass
in diesem Lande die Industrie bis vor kurzem einer Gesamtvertretung
entbehrte, muss eigentlich wunder nehmen. Die Verhältnisse
in Sachsen machten aber ihre Enstehung zu einer
gebieterischen Notwendigkeit, da die sächische Industrie in den
gesetzgebenden Körperschaften des Landes nicht diejenige Berücksichtigung
fand, auf die sie berechtigterweise hätte Anspruch
machen können. Ich enthalte mich eines näheren Eingehens
hierauf, da dieses Thema den Hauptteil unsrer heutigen Beratungen
bildet. Wie manigfältig die Fragen sind, zu denen eine
Gesamtvertretung der sächsischen Industrie Stellung nehmen
kann und muss, hat uns der Geschäftsbericht über die Tätigkeit
unseres Verbandes im verflossenen Geschäftsjahre gezeigt, den
wir in der heutigen Mitgliederversammlung entgegengenommen
haben.
Dass unser Verband den Beweis seiner Notwendigkeit,
seiner Existenzberechtigung erbracht hat, ist aber durch die