Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen, 77
Weit stärker als auf die Temperaturen wirken die Gebirge auf
lie Niederschlagsverhältnisse ein. Denn die Bodenerhebungen stellen
nicht nur selbst Gebiete größeren Niederschlagsreichtums mit dem bereits
erwähnten Unterschied von Luv- und Leeseite dar, sondern steigern
an ihrer Luvseite schon die Regenhöhe des Vorlandes in beträchtlicher
Entfernung von ihrem Fuße).
In diesem Sinne lassen sich im südlichen Hannover zwei große
Einflußsphären unterscheiden: die des Harzes und die des Solling.
Erstere gelangt in den Niederschlagsverhältnissen des Eichsfeldes zum
Ausdruck. Wir haben hier an der Luvseite des Harzes ein großes
Gebiet von 700 mm jährlicher Regenhöhe, das fast bis an das Rhumethal
heranreicht. Dazu trägt der Harz insofern bei, als die Luftmassen
sich schon in einiger Entfernung von seinem Fuß anstauen und die
nachkommenden dadurch zum Aufsteigen und zum Niederschlagen ihres
Wasserdampfes gezwungen werden“). Einen ähnlichen, nur örtlich
beschränkteren Einfluß üben sicher das Ohmgebirge, sowie die westlichen
Grenzhöhen des Eichsfeldes aus, wobei wir jedoch mangels einzelner
Beobachtungen auf Schätzungswerte angewiesen sind ®).
Zwischen dem Eichsfeld und den ähnlichen Niederschlagsverhältnissen
unterworfenen Bergzügen des rechten Weserufers tritt im Leine-‘hal,
das sonst 6—700 mm jährliche Niederschläge aufweist, was dem
Niederschlagsmittel für das südhannoversche Hügelland entspricht *),
stwa von Göttingen bis Salzderhelden ein schmaler Streifen größerer
Trockenheit auf”), der durch die für Göttingen veröffentlichten Zahlen
repräsentiert wird ©).
Gebietsteil
+
=
C
nf
m
=
m'mm mm |Imm
mm
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| | = hi
m RS | Se
> I
mm mm '!mm mm
mm mm Imm
Göttingen , 1150145 | 33 | 34 | 41] 33 | 41 | 60 | 71 | 62 | 29 | 45 | 46 | 550
(1R57— 090) :
Für das Gesamtgebiet Südhannovers gestalten sich die Niederschlagsverhältnisse
so, daß das Maximum auf den Sommer entfällt,
während das Minimum in den ersten Frühjahrsmonaten liegt’). Je
höher man indessen an den Bodenerhebungen hinaufsteigt, desto mehr
verschieben sich die Verhältnisse, bis in den höheren Gebirgslagen des
Solling, genau wie es oben für den Ohberharz zu konstatieren war, ein
allmähliches Vorherrschen der Winterregen bemerkbar wird °).
3 Assmann, 8.378. Die Regenk. Heilmanns Prov. Hannover läßt dies
deutlich hervortreten.
% Hellmann, Regenk. Hannover, S. 15; Assmann, S. 273; Schulz, S. 25.
3) Hellmann, S. 14. „Zu diesem Nachweis würde die dreifache Zahl von
Regenstationen nötig sein“; Moldenhauer, 8. 327.
4 Hellmann, S. 15; vgl. s. Regenk. Hannovers,
5) Ebenda, 58. 14.
“ Weser u. Ems, Tabellenband, 8. 37.
Hellmann, Regenk. Prov. Hannover, S. 20.
Fbenda.