Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen, 79
mittleren und der festeren Geländekanten bildenden Sandsteine des
oberen Keupers — verwittert er zu einer tiefgründigen, bauwürdigen
Krume, die bei der geringen Neigung der Schichten keiner Abschwemmungsgefahr
durch das Wasser ausgesetzt ist. Ein Nachteil dieser
Bodenart besteht allerdings in ihrer Undurchlässigkeit,. was in. den
Niederungen besonders unangenehm empfunden wird. Fast alle kleineren
zumeist vereinzelt stehenden Erhebungen, die die beiden Ufer der
Leine vor den Muschelkalkzügen begleiten, gehören dieser Formation
an. Der Buntsandstein, ein Konglomerat von mehr oder minder zusammengekitteten
verschieden großen Quarzkrumen, liefert, je nachdem
2r kieselige oder thonige Bindemittel enthält, eine verschiedenwertige
Ackerkrume !), Als ungünstig muß erstere Zusammensetzung bezeichnet
werden, da der Mangel an mineralischen Pflanzennährstoffen es dem
Landmann unmöglich macht, ohne sehr reichlichen Zusatz von Mergel ?),
aus dem Sandboden einigermaßen lohnende Erträge zu ziehen. Das
schnelle Versickern aller Niederschläge und das ebenso rasche Ausdörren
bei Besonnung bilden einen weiteren Uebelstand, wozu auf etwas
geneigter Fläche noch infolge der Lockerheit des Bodens eine leichte
Abschwemmung durch das Wasser kommt. Zur Aufforstung ist indessen
dieser Sandboden besser zu gebrauchen und vermag stellenweise
guten Nadelwald zu tragen *®). (iroße Gebiete des Eichsfeldes und des
Solling müssen hierher gerechnet werden.
Günstiger für landwirtschaftliche Zwecke ist der thonhaltige
Buntsandsteinboden *). Mit der leichten Bearbeitbarkeit des Sandbodens
verbindet sich hier ein wenigstens einigermaßen genügender
Gehalt an Pflanzennährstoffen. Bei ausreichender Düngung und mittelgroßer
Feuchtigkeit lassen sich hier besonders auf schwach geneigten
und ebenen Flächen, wo ein Fortführen der Verwitterungskrume durch
das Wasser verhütet wird, zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Korn,
Hafer, Buchweizen und Kartoffeln lassen sich mit Erfolg anbauen 9).
In Gegenden aber, wo die Lagerungsverhältnisse ungünstig sind, wie
im Gebiet zwischen Rhume und Eller mit seinen zahlreichen und tiefen
Wasserrissen, wird die Landwirtschaft trotz des guten Bodens zu einer
sehr kostspieligen. Die fortgesetzte Abschwemmung macht stets erneute
Düngung nötig. Daneben ergiebt hier die ungünstige Beein-Aussung
des Klimas durch den nahen Harz einen Faktor, der auch den
dortigen Buntsandsteinboden viel mehr zur Wald- als zur Ackerkultur
zeeignet erscheinen läßt ®).
Außerdem finden sich aber Distrikte, wo der Sandboden mehr
ınd mehr einer lettigen Ausbildung Platz gemacht hat, wie es insoesondere
bei der Verwitterung der oberen Horizonte dieser Formation,
les Röt, geschieht. Hier gestalten sich dann die Verhältnisse wieder
weniger günstig. Die starke Undurchlässigkeit macht den Boden feucht
Küster, Die deutschen Buntsandsteingebiete etc, 1891, S. 247.
Weser u. Ems IV, 8. 84.
Weser u. Ems I, 8. 143.
Zbenda,
Küster, S. 249.
Täsemacher, Die Volksd. d. Thür. Triasmulde 1892. 8. 201.