E. Wagner,
Die ungünstigen Eisenbahnverhältnisse des Eichsfeldes haben hier,
besonders in den zwischen Nuthe und rechtsleinischem Bergland gelegenen
Gebieten, eine vermehrte Pferdehaltung und Aufzucht zum Abtransport
der landwirtschaftlichen Produkte nach den nächsten Marktplätzen,
wie überhaupt zur Bewältigung des Verkehrs verursacht. Das
Charakteristischste jedoch für die Viehhaltung des ganzen Gebietes, das
obige Tabelle umfaßt, ist die starke Schafzucht!), die im Rhumethal,
besonders aber im Harzvorland (Düderode [8], Dorste, Schwiegershausen,
Wulften, Hörde, Hattorf, Silkerode [11, 12]) und in dem ganzen
Distrikt links der Nuthe (Bodensee, Ebergötzen [21], Rittmarshausen,
Kerstlingerode [22]), in größter Ausdehnung‘ betrieben wird. Sie liefert
den an ungünstigen Bodenverhältnissen krankenden Distrikten eine
verhältnismäßig gute Erwerbsquelle durch Absatz der Wolle. Gerade
im westlichen Harzvorland sind es seit langem die in Osterode bestehenden
Textilfabriken, die als Wollkonsumenten auftraten. Gelegentlich
der Betrachtung der Industrie wird hiervon noch zu
reden sein.
Ueberhaupt spricht sich in dem beträchtlichen Ueberwiegen der
kleineren Haustiere die Art des landwirtschaftlichen Kleinbetriebes
aus, der infolge ungünstiger Vererbungsgebräuche, wie wir anführten,
im Eichsfeld stark herrschend, vielfach sogar zum Zwergbetriebe geworden
ist. Auffallend erscheint zunächst die im ganzen geringe Viehhaltung
des obersten Leinethales, das sich auf der Karte als eine Zone
beträchtlicher Volksverdichtung von über 130 Bewohnern auf 1 gkm
zwischen hannoverschem und thüringischem Eichsfeld hinzieht (28).
Ein Hinweis auf den bereits angedeuteten industriellen Erwerbscharakter
des Thales liefert hier die Erklärung.
Etwas abweichend von dem bisher Betrachteten stellen sich die
Viehstandsverhältnisse im Leinegebiet dar:
Gebietsteil
Bergland rechts d. Leine (23—26)
Oberes Leinethal (Kirchgandern
—Salzderhelden (27. 29—338)
Bucht von Einbeck (41—46) .
Muschelkalkzug links d. Leine
(34—38) 2000000000004
Buntsandsteinzug links der
Leine (39. 40). .
Pferde
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haunt 4Jahre
Rinder
über- | Kühe |
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126,3| 72,1 23,1 5,1
8,9 |
7,2
1,1
1.6
26,9
34,9
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27,2 |156,6 67,9) 19,5) 5,8
11,6
24
52.3
10,3 | 24 | 57,4 ı 30.4
| 98,1| 65,7 16,1! 4,3
Leicht lassen sich hier die Ackerbaugegenden, wo dieser lohnend
betrieben wird, von denen scheiden, die gezwungen sind, den mehr
N Schon von Guthe, S. 363 hervorgehoben.