Full text: Das Recht auf Arbeit in geschichtlicher Darstellung

$ 4. Saint-Simon und die Saint-Simonisten. 
Um Saint-Simon und die Saint-Simonisten richtig zu 
beurteilen, ist eine strenge Sonderung zwischen Beiden not- 
wendig. Aus zwei Gründen: Einmal weil der geistige Habitus 
Saint-Simon’s anders beschaffen war als der seiner Schüler, 
und dann, weil diese die Lehre des Meisters nicht einheitlich 
und folgerichtig fortgebildet haben. Dieser Umstand tritt be- 
sonders bei dem Probleme hervor, das den Gegenstand dieser 
Schrift bildet. 
Saint-Simon war ein entschiedener Anhänger des Rechts 
auf Arbeit, in dem er ein Mittel zur Verwirklichung des Rechts 
auf Existenz erblickt. Welches ist denn, so fragt er in seinem 
„Industriellen Systeme“ das beste Mittel, allen Menschen die 
Existenz zu sichern? Die Antwort lautet: indem man ihnen 
Arbeit verschafft!) Wie aber dieses Ziel erreichen? 
Dafür hat Saint-Simon ein eigenartiges Rezept: es sollen die 
bedeutendsten Industriellen?) mit der Feststellung des Bud- 
1) Du systäme industriel (22, Bd. der Oeuvres de Saint-Simon et d’Enfantin, 
Paris 1869, p. 82), S’observe d’abord, que le seul moyen general de procurer 
des subsistances au peuple consiste ä lui procurer du fravail. u est 
le moyen de procurer au peuple 1a plus grande quantit6 de travail possible? 
Le meilleur moyen est de confier aux chefs des entreprises industrielles le 
ln faire le budget et par consequent de diriger l’administration 
a 
2) Es ist jedoch wol zu beachten, dass Saint-Simon das Wort „Industriel“ 
nicht etwa in seiner heute gangbaren Bedeutung auffasst, sondern darunter 
jeden versteht, der irgend eine productive Thätigkeit leistet, Vgl. Catechisme 
des Industriels, Ba. 37 der Oeuvres, p. 3: Un industriel est un homme qui 
travaille ä produire ou ä mettre ä la port6e des diff&rents membres de la 
societe&, un ou plusieurs mMOoyeENs uuntfrich de satisfaire leurs besoins ou leurs
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.