Full text: Landwirtschaft und Fischerei in Schweden

LAGE UND NATURVERHÄLTNISSE. 
Das Königreich Schweden, das einen Flächeninhalt, .ein- 
schliesslich der Gewässer (Seen und Flüsse), von 448,200 
Quadratkilometer hat (nahezu dieselbe Bodenfläche wie das 
Deutsche Reich), bildet den ösflichen und südlichen Teil 
der skandinavischen Halbinsel und erstreckt sich von 55° 20' 
bis 69° nördlicher Breite. 
Der Gebirgsgrund des Landes ist der Hauptsache nach 
von schwerverwitfernden und an Pflanzennährstoffen armen 
Urgebirgsgesteinen, Granit und Gneis, aufgebaut. 
Das Urgebirge hat zur Entstehung eines steinigen, kiesigen 
und sandigen Moränenbodens geführt, der im allgemeinen 
mit Wald bestanden ist und sich nicht recht gut zum Anbau 
eignet. Wo dagegen die Moräne aus Kalkstein oder Schiefer 
besteht, ist Ackerboden von grosser Fruchtbarkeit entstanden. 
Örtliche Vorkommen von Kalk in grösserem Umfang 
finden sich mehrorts auf dem Fesflande, und auch die Inseln 
Öland und Gofland sind vollständig aus Kalk aufgebaut. 
Gut die Hälfte des Ackerbodens Schwedens besteht aus 
Ton, der im grossen und ganzen den gewöhnlich angebauten 
Pflanzen gute Wuchsbedingungen bietet. 
Ungefähr ein Drittel des Ackerbodens besteht aus Sandbo- 
den, oft genug von magerer und minderwertiger Beschaffen- 
heit, 
Torf- und Moorerdeböden kommen auch in grosser Aus- 
dehnung vor und sind in nicht geringem Umfang kultiviert 
worden. 
In klimatologischer Hinsicht liegt Schweden innerhalb 
eines Gebietes, in welchem maritime Einflüsse von Westen 
her und kontinentale von Osten her wechselweise sich gel- 
tend machen. Dass das Land trotz seiner nördlichen Lage 
auf ungefähr demselben Breitengrad wie Sibirien und Alaska
	        
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