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in Staatswerkstätten ein. Dadurch würde der Arbeitskraft eine
Gelegenheit zur Bethätigung gewährt, wodurch diese kaufkräftig
werde und den sonst nicht kauffähigen Bedarf der Arbeitslosen
in eine kauffähige Nachfrage verwandelt. Die Verwirklichung
des Rechts auf Arbeit bedeute die Bildung neuer Einkommen,
sie habe unmittelbar nicht nur eine Vermehrung des Ange-
botes von Waren, sondern auch eine ‚Steigerung des kauf-
fähigen Bedarfes zur Folge. Das Recht auf Arbeit versetze
nicht nur die Arbeitslosen in die Reihen der kaufkräftigen
Consumenten, sondern es eröffne auch der grossen Zahl unge-
lernter oder mindergelernter Arbeiter die Möglichkeit, im Wege
der Fachorganisation bessere Arbeitsbedingungen, namentlich
Erhöhungen der Löhne zu erringen. So bewirke es eine gleich-
mässigere Verteilung des Reinertrages der nationalen Pro-
duktion, eine Hebung der Kautkraft der Massen und damit
eine bedeutsame Erweiterung des inneren Marktes. Nicht eine
Vermehrung der chronischen Ueberproduktion sei von ihm zu
fürchten, sondern deren allmälige Beseitigung zu erwarten. Da
bei der Verwirklichung des Rechts auf Arbeit namentlıch eine
Steigerung nach solchen Waren eintreten werde, die den Bedürf-
nissen der arbeitenden Klassen entsprechen, so werde naturgemäss
bei der durch Staat oder Gemeinden zu organisirenden Beschäfti-
gung der Arbeitslosen die Produktion derartiger Güter in den
Vordergrund zu stellen sein: man werde Arbeiterwohnungen
herstellen lassen, Mobiliar für diese, Bekleidungsgegenstände,
insbesondere aber auch Lebensmittel. Wo ein Staat über land-
wirtschaftliche Ökonomiegüter verfüge, liege der Gedanke nahe,
diese zu parzelliren und parzellenweise zur Kultur an Arbeits-
lose zu vergeben. Die Anlage derartiger Kolonieen werde
sich insbesondere in der Umgebung grösserer Industriestädte
empfehlen. Der: den Arbeitslosen zu zahlende Lohn müsste
ein wenig niedriger bemessen werden, als der Minimallohn
betrage, der für die betreffende Arbeit von den Gewerkver-
einen festgesetzt worden sei. Herkner meint schliesslich, das
Stück Sozialismus, welchen das Recht auf Arbeit in sich berge,
werde, wie er vermute, dazu führen, die übrige Gesellschaft
vor der ganz sozialistischen Organisation überhaupt zu bewah-
ren. Ja, es sei nicht ausgeschlossen, dass diesem \Stücke
Sozialismus nur die Rolle eines Heilmittels zukomme, dessen
vorübergehender Gebrauch bereits die Gesundung‘ unseres
ökonomischen und sozialen Körpers herbeiführen könne.