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eine minderwertige Klasse, dauernd dazu bestimmt, die Diener der
Weissen zu sein. Sie brachte so der geistigen Entwicklung derselben
auch nur ein sehr geringes Interesse entgegen und überliess
das Errichten und Aufrechterhalten der Schulen der. Schwarzen
ausschliesslich den verschiedenen Missionsgesellschaften.
Einen anderen Standpunkt nahm die englische Regierung nach
Besitzergreifung des Landes ein. Sie stellte sich dem Schulwesen
der Eingeborenen durchaus begünstigend gegenüber, zumal sich bei
den Schwarzen ein wachsendes Verlangen nach Schulbildung bemerkbar
machte, welches man nicht unterdrücken zu dürfen glaubte.
Dieses Verlangen nach Schulbildung ist wohl hauptsächlich
auf die mit der Ausbreitung .der Civilisation zunehmenden Lebensbedürfnisse
der Eingeborenen zurückzuführen, deren Befriedigung
einen höheren Lohn voraussetzt. Es zeigt sich, wenn auch in
Transvaal vorläufig nur vereinzelt, unter den Eingeborenen das Bestreben,
sich vom Handlanger zum selbständigen Handwerker emporzuarbeiten,
und in Natal, in Kapstadt und in Kimberley (siehe
Minutes of Evidence, Transyaal Indigency Commission 1906—1908
pp- 398 und 400) ist der Prozentsatz farbiger: Handwerker bereits
ein grosser, Das Handwerk setzt aber eine gewisse Schulbildung
voraus, und somit führen die zunehmenden Bedürfnisse den Eingeborenen
indirekt zur Schule.
Die Regierung schliesst allerdings, wie wir früheren Ortes
sahen, die Kinder farbiger Eltern von den Schulen der Kinder europäischer
Abkunft aus; sie erkennt aber die Verpflichtung des Staates
an, soweit dies in seinen Kräften steht, für die intellektuelle Entwicklung
aller Klassen seiner Bevölkerung zu sorgen, ein Prinzip,
welches sie bereits im Gesetze „Ordinance Nr. 7, 1903“ zum Ausdruck
brachte.
Um nun das Schulwesen der Eingeborenen zu heben, begann
sie zunächst damit, den Schulen der verschiedenen Missionen einen
Jährlichen Zuschuss zu bewilligen, dessen Höhe sich im wesentlichen
nach der Zahl der Schüler und den Qualifikationen der Lehrer
richtet. So entstand das System der staatlich unterstützten Missionsschulen
— State aided Mission-Schools — (siehe Annual Report,
Transvaal Native Affairs Department 1908 p. 9), durch welches
diese staatlich unterstützten Schulen zugleich unter die Beaufsich-