dem die Berührung mit den Nachbarvölkern als Sünde galt, von
einer Vermischung mit den Eingeborenen fast völlig fernhielt.
‚Es hat ihm endlich auch noch dadurch genützt, dass es ihn
nicht zu einem völligen Analphabeten herabsinken liess. Lernten
die Kinder auch-oft nicht schreiben, — es gibt heute noch manche
alte Boeren, die dieser Kunst nicht mächtig sind, — so lernten
sie doch das Lesen der Druckschrift. Darauf achteten die Eltern,
denn um ihre Kinder auf ihrer eigenen geistigen Höhe zu erhalten,
mussten diese wie sie selbst im Stande sein, die Bibel zu lesen,
Aber .das war auch für lange‘ Jahre die einzige Schule.
Wie wir bereits sahen, hatten die Boeren in früheren‘ Zeiten
zahlreiche Familien als „Bywoner“ auf ihren Farmen aufgenommen.
Sie taten dieses bereitwillig, einerseits da sie damals hinreichend
Land besassen, andererseits da sie in einer dichteren Bevölkerung
einen Schutz gegen etwaige Angriffe der Eingeborenen sahen.
Aber allmählich vergrösserten sich die Familien der Landeigentümer.
Sie mussten Raum schaffen für ihre eigenen erwachsenen
Kinder, und so kam es zu dem Verteilungssystem, das für
einen Teil der Bevölkerung Transvaals so verhängnisvoll geworden ist.
Der Vater verteilte seine Farm unter seine Kinder und die Kinder
verteilten wiederum das vom Vater ererbte Stück Land unter ihre
Kinder. Dadurch bildeten sich immer kleinere Farmen, die am
Ende nicht mehr im Stande waren. die Eigentümer und ihr Vieh
zu ernähren.
Diese Gefahr der allmählichen Verarmung würde nicht sobald
eingetreten sein, wenn die Boeren von Anfang an mehr Landbau
betrieben hätten. Aber so war das Land nie urbar gemacht; der
Boer hatte: nicht gelernt, rationell zu wirtschaften, und obwohl die
Färmen auch nach Generationen im Verhältnis zu unseren Landgütern
noch sehr gross genannt werden konnten, waren sie doch
nicht gross genug, den Herden der Kigentümer ausreichenden
Weidegrund zu bieten,
Schon waren einige „Bywoner“ gezwungen, die Farmen, auf
denen sie sich niedergelassen, zu verlassen und mit ihrem Vieh auf
andere Farmen zu ziehen, deren Besitzer ihnen infolge geringeren
Kindersegens Aufnahme gewähren konnten. Da trat ein Ereignis
ein. welches die drohende Gefahr der Verarmung eines Teiles der