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der Lage ist, sämtliche für den wirtschaftlichen Bedarf notwendigen
Erzeugnisse innerhalb seiner Grenzen selbst zu produzieren und
sich dadurch von der Rohstoff- und Lebensmitteleinfuhr der fremden
Länder freizumachen.) Es ist auf dessen Einfuhr nicht angewiesen
und daher auch imstande, ohne für seine eigene Industrie mit
Rücksicht auf eventuelle Gegenmaßregeln fürchten zu müssen, die
weiten Absatzgebiete in den britischen Kolonienen der Industrie
des Vaterlandes vorzubehalten. Aus dieser Erkenntnis heraus
schlägt Ch. folgende Maßnahmen vor: Durch Fabrikatzölle soll
den Konkurrenzländern, besonders den gefährlichsten Rivalen
Deutschland und Amerika, die Einfuhr von Fabrikaten erschwert
werden; eventuell soll die Verwendung dieser Zölle als Rezi—
prozitätszölle ermöglichen, die Schutzzolländer zur Beseitigung ihrer
Zollschranken zu zwingen; anderseits soll durch Zölle auf Lebens—
mittel — nicht jedoch auf Rohstoffe — von denen die Kolonien
befreit wären, diesen eine bevorzugte Absatzgelegenheit für ihre
Agrarprodukte im Mutterlande gewährt werden.s) Innerhalb
des Reiches soll möglichst jede Zollschranke beseitigt und durch
diese Zusammenfassung zu einem einheitlichen Zollgebiet das
britische Weltreich nach und nach zu einem einheitlichen Wirtschafts⸗
gebiet gemacht werden. Hand in Hand geht hiermit der Gedanke
der größeren politischen Festigung des Reichs. Speziell gehen
die Ch.'schen Absichten auf folgende Zollmaßnahmen: 9)
„J. 1. Es soll auf ausländisches Getreide mit Ausnahme
des in den Kolonien nicht erzeugten und die Nahrung der ärmsten
Volksklassen bildenden Maises ein Zoll von 2 sh pro Quarter
(S8 Bushels oder 480 Pfund) gelegt werden, dazu ein ent—
sprechender Zoll auf Mehl.“ — In unsere Maße umgerechnet
würde dies einem Zoll von 80 Pf. für 100 kg 10) gleichkommen.
Der Ch.'sche Zoll ist also noch O,10 Mtk. niedriger wie der Zoll—
satz des deutschen Zolltarifs vom 15. 7. 1879, während vergleichs—
weise nach dem deutschen Zolltarifgesett vom 25. 12. 02 die
7) vgl. Braude S. 17, 2ff.; Schwab S. 6f. u. 773 Dehn weltwirtsch.
Neub. S. 109ff.; Rathgen S.481-488.
8) vgl. Schwab S. 77, 9f. Braude S. aAff. 19.
9 vgl. Ch.'s Rede in Glasgow am 6. Oktober 1908,
Schwab S. 9; vgl. auch Dehn, Weltwirtsch. Neub. S. 118.
10) vgl. Dehn, Weltw. Neub. S. 118.