Full text : Die Sprengstoffe, ihre Chemie und Technologie

Wärmeenergie. Gasvolumen. Chemische Keaktion. 17

dem Gemisch von Kaliumnitrat, Kohle und Schwefel, entstehen
nicht nur Kohlensäure, Kaliumkarbonat und Kaliumsulfat als
Produkte der vollständigen Verbrennung, sondern auch Kohlen⸗
oxyd und Schwefelkalium insolge unvollständiger Verbrennung.
Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Verbrennungsprodukte bei
der hohen Explosionstemperatur nicht immer dieselben sind, wie
sie nach dem Erkalten beobachtet werden. Wasserdampf kann
in seine Elemente Wasserstoff und Sauerstoff, Kohlensäure in
Kohlenoxyd und Sauerstoff dissoziiert sein. Zu dieser Dissoziation
wird Wärme verbraucht, die allerdings bei der Abkühlung wie—
der frei wird.
Die bei der Explosion entwickelte Wärmemenge ist aus den
Reaktionsprodukten für konstanten Druck oder für konstantes Po—
lumen zu berechnen. Ein Teil dieser Wärmemenge wird bei der
Verwendung der Sprengstoffe in mechanische Arbeit umgesetzt.
Bei dem gewöhnlichen Schießpulver wird in dieser Weise etwa
der Gefamtwärme nutzbar gemacht.
us der chemischen Reaktion ist auch das Volumen der Gase
bei irgend einer Temperatur abzuleiten. Dabei ist auch das Gas—
Volumen von Körpern, wie Wasser, die bei der Explosionstem—
peratur gasförmig sfind, zu berücksichtigen. Aus dem Gasvolumen
kann man den Druck der Gase bei der Explosionstemperatur be—
rechnen. Da aber die Gasgesetze bei hohen Temperaturen nicht
streng gültig sind, so zieht man es im allgemeinen vor, den Gas—
druck mit Hilfe geeigneter Apparate direkt zu bestimmen.
Serner ist zu berücksichtigen, daß die Zersetzungsgleichung nicht
immer etwas von vornherein theoretisch Feftstellbares ist, son—
dern daß bei manchen explosiven Umsetzungen ein verschiedener
Reaktionsverlauf denkbar ist. Dies ist besonders dann der Fall,
wenn nicht genügend Sauerstoff zur völligen Verbrennung der
oxndabeln Elemente vorhanden ist, wie in der Schießbaumwolle.
Für diese hat A. Noble berechnet, daß verschiedene Explosionszersetzungen
 möglich sind und demgemäß die Zersetzungsgase
Kohlensäure, Kohlenoxyd, Wasserstoff, Methan und Wasserdampf
in verschiedenen Mengen auftreten können. Demnach wird man
auch verschiedene entwickelte Wärmemengen (O) herausrechnen.
Es ist daher sicherer in solchen Fällen, die Cxplosionswärme durch
den Versuch im Kalorimeter festzustellen.
Es ergibt sich hieraus, daß zunächst die thermochemischen Ver⸗
hältnisse von wesentlicher Bedeutung sind.
AnusG. 286: Bliedermann, Sprenastoffe.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.