Full text : Der Tabak

16 Botanik und Chemie des Tabaks
nur noch selten angebaut, da das Rippenverhältnis zu ungünstig
ist. b) Gewöhnlicher virginischer Tabak. ähnlich der vor—
hergehenden Art, zeigt er gegen diese folgende Unterschiede:
Die Blattsubstanz ist etwas blasig. Die Breite ist ein Viertel
— DD
virginischer Tabak. ühnlich dem gewöhnlichen virginischen Tabak.
Die Blätter sind aber nicht abgebogen, sondern stehen gerade
und haben weiße Rippen, weshalb er auch weißrippiger virgi—
nischer Tabak genannt wird. Auch diese Sorte wird nur noch
wenig angebaut, so in Ostpreußen, Schlesien und Thüringen.
d) Steifblättriger virginischer, auch Vinzer-Tabak genannt
nach einem Lehrer Vinzer, welcher den Samen zuerst nach Baden
brachte. Diese Sorte ist auf dem Felde leicht zu erkennen; denn
die Blätter sind nicht herabgebogen, sondern stehen spitzwinklig
am Stengel steif aufrecht. Die Blattsubstanz ist nicht blafig, aber
sehr dick. Breite: Cänge — 1:3. Auch diese Sorte wird nicht
mehr viel angebaut. e) Breitblättriger, auch wegen seiner
Blattform breitlanzettförmiger virginischer Tabak genannt. Die
Blätter stehen ziemlich entfernt voneinander am Stengel und
sind von dünner Substanz, wenig blasig. Die Mittelrippe ist
ziemlich dick, die in weniger spitzem Winkel verlaufenden Seiten—
rippen dünn. Breite: änge — 1: 225. Eine Unterart dieser
Sorte wird in Baden sehr viel angebaut und ist dort bekannt
unter dem Namen Goundie (sprich: Gundi), eines Konsuls,
welcher im Jahre 1848 den Samen aus Umerika einem ver—
wandten badischen Tabakpflanzer sandte. 5)) Dickrippiger
virginischer, auch Friedrichsthaler (Dorf in Baden) Tabak
genannt. Die Blätter von blasiger, dünner Substanz stehen eng
beisammen am Stengel und haben in der Mitte die größte Breite.
Die Nebenrippen verlaufen in spitzem Winkel zur hauptrippe,
welche sehr stark ist. Diese Sorte wurde wegen des hohen Ge—
wichtsertrages früher in der Pfalz viel angebaut, fand aber
später wegen des ungünstigen Rippenverhältnisses geringere
Aufnahme. 8) Dickrippiger blasiger virginischer, auch
Amersforter Gorf in holland) Tabak genannt. Der vorher—
gehenden Sorte ähnlich, von dünner, faltiger, sehr blasiger Sub—
stanz. Das in der Mitte breiteste Blatt verjüngt sich nach unten
sehr schnell und bildet am Stiel Flügel. Dieser Sorte entftammt
            
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