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pflanzte, nach Schreber sogar 20000.) Das Werk wurde auch in
Gang gebracht, gerieth aber später in Stocken. Der Kurfürst Johann
Philipp von Mainz ließ sich ebenfalls dazu bereit finden, in Vagts,
hochem und bei Wuͤrzburg Maulbeerpflanzungen anzulegen und betrieb
die Aufzucht von Raupen mit Erfolg. Ob es in München auch schon
zum Seidenbau kam, ist nicht ganz sicher. Groth behauptet allerdings,
daß im Jahre 1670 in Baiern der erste Verein zur Seidenzucht
gegründet wurde.“) Jedenfalls kam im Jahre 1666 eine Seiden—
compagnie mit Hülfe holländischer und brabantischer Geschäftsleute zu
Stande. Indeß alle diese Manufacturen wollten nicht recht gedeihen.
Der Mangel an Betriebsmitteln, die Unerfahrenheit und Unzuverlässig—
keit der aus der Fremde herbeigeholten Directoren und Arbeiter, der
übertriebene Umfang des Unternehmens, die Mißgunst der einheimi—
schen Kaufleute, die sich der Neuerung gegenüber sehr ablehnend
—D
Immerhin war durch Becher die Ueberzeugung aufgekommen,
daß der Seidenbau den wirthschaftlichen und klimatischen Verhältnissen
Deutschlands nicht widerspräche, und diese Ansicht wurde nun litterarisch
mehr bethätigt.
Bereits Marta Baesia hatte über die Fütterung der Seiden—
raupen und die für sie erforderliche Temperatur Versuche angestellt,
die Baesius in seinem Werke „De re vestitiarias beschrieb. Später
war in einem Werke, das Maria Sphbilla Graefia über die Raupen
veröffentlichte, auch der Seidenraupen gedacht worden.') Dann war
im Jahre 1603 eine Schrift von Olivier de Serres über den Seiden—
wurm durch den Würtiembergischen Kammersecretair Jacob Rathgeb
ins Deutsche übertragen worden, wahrscheinlich die erste in deutscher
Sprache erscheinende Schrift über diesen Gegenstand. Nun mehrten
sich die Anleitungen, ein Zeichen des wachsenden Interesses. Im
Jahre 1668 verfaßte der Bürgermeister von Cremmen in Branden⸗
burg, Johann Gruüwel, ein Büchlein über den Seidenbau.“) Im
folgenden Jahre wurde die gründliche Anweisung des Franzosen
Christoph Ifnard, „wie die weissen Maulbeerbüumso sollen gebauet
woérden“, in Wien ins Deutsche übersetzt, und 1693 erschien in
Leipzig die „Neue Seiden-Manufaktur, das ist: Ausführliche Er--ehlung
wie Maulbeerbaume und Seidenwürme gepfleget, gevartet,
fortgeptlantzet und die darzu beéreitete Seide recht
A. a. O., 1, S. 194.
A. a. O. S. 105.
Hintze, a. a. O., S. 28, 29.
Groth, a. a. O., S. 104.
Hiutze, a. a. O., S. 92.
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