grossen Städten, hahen ihre eigenen Äcker und
teilweise auch Weinberge, die von den weiblichen
Mitgliedern der Familie bearbeitet werden. Im
Ganzen gehören die Arbeiter, die in der Schaumweinindustrie
beschäftigt werden, zu der besseren
Klasse von Arbeitern.
In neuerer Zeit haben sich in den Grenzlanden
eine ganze Anzahl von Schaumweinkellereien niedergelassen,
die teils mit französischen Namen,
teils als Filialen bestehender französischer Firmen
gegründet wurden und welche Rohweine aus Frankreich
beziehen und daher in der Nähe der französischen
Grenze, aber ebenfalls im elsass-lothringischen
Weinbaugebiet und Luxemburg sich angesiedelt
haben. Von diesen Firmen wird später bei
Erwähnung des Weingesetzes vom 24, Mai 1901
nochmals die Rede sein.
Es begann dann an verschiedenen Stellen die
Herstellung von Schaumweinen im Nebenbetriebe !)
und erst 1861 weist die amtliche bayrische Statistik
eine Schaumweinkellerei als solche in Bayern nach.”)
Im Jahre 1840 betrug die jährliche Gesamtproduktion
der deutschen Schaumweinkellereien
nicht mehr als '/s Million Flaschen und 10 Jahre
später, 1850, ca. 1'/s Miffion, in deren Erzeugung
sich ungefähr 30 Betriebe teilen.°‘) Die meisten
dieser Schaumweinkellereien haben im Anfange
weniger ihre eigenen Marken vertrieben, als vielmehr
Spezial- und Phantasiemarken für ihre Abnehmer
hergestellt und auch teilweise unter französischen
Marken geliefert. Dann kommt eine
Periode, in welcher der im Inlande hergestellte
‘) Dr. Bassermann-Jordan, Geschichte des Weinbaues, I.
2) Beiträge zur Statistik des Königreichs Bavern, X, 1862,
3. 99,
3) Offizieller Ausstellungskatalog, Paris 1900.