200 km-Zone decken konnte. Ähnlich liegen die Verhältnisse für das
Ruhrgebiet und für Sachsen. Eine erhebliche Änderung hat jedoch die
Schrottversorgung Oberschlesiens erfahren, das in der Vorkriegszeit
rund 51° innerhalb eines Umkreises von 200 km decken konnte, und
durch den Verlust Ostoberschlesiens und. der Provinz Posen diesen An-
teil auf 45,5 °/, verringern mußte; während Sachsen und das Siegerland
nicht über die 300 km-Zone hinausgehen und Sachsen, das Siegerland
und das Ruhrgebiet aus allen Richtungen ungehindert Schrott beziehen
können, eröffnen sich für Oberschlesien, das im äußersten Südosten des
Reiches liegt, Bezugsmöglichkeiten aus Deutschland nur innerhalb eines
schmalen Kreisausschnittes. Diese Verhältnisse eind für die Fracht-
belastung von erheblicher Bedeutung.
Nach der jeweiligen Art der Herkunft wie nach seiner Beschaffenheit
wird Schrott in einzelne Schrottsorten unterschieden. Die wichtigste
Trennung erfolgt zwischen Eisen- und Stahlschrott und Spänen, denen
Gußbruch gegenübergestellt wird. Unter Gußbruch versteht man den
Abfall aus allen Arten von Gußeisen, also aus Kisen, "das
mehr als 1 bis 2°%, Kohlenstoff besitzt. Sowohl bei Gußbruch wie
bei Eisen- und Stahlschrott handelt es sich um Material, das quali-
tativ nicht gleichartig ist. Der Schrotthandel unterscheidet etwa 40
verschiedene Sorten, deren Einteilung wiederholt im Laufe der Zeit,
insbesondere aber seit Beginn des Krieges versucht worden ist. Im
einzelnen geben. darüber die verschiedenen Schrottsortenlisten Auskunft,
Wesentlich ist dabei die Unterscheidung zwischen hochwertigem und
minderwertigem Schrott. Als hochwertiger Schrott gilt frischer, schwerer
Walzwerksschrott, schwerer Stahlschrott, Kernschrott usw. Als minder-
wertiger Schrott sind Späne, Schmelzeisen, Blechpakete anzusehen, Bei
Gußbruch gilt als hochwertiger Schrott vor allem Spezial- und Ma-
schinengußbruch, während Ofen- und Topfguß sowie Brandguß als min-
derwertige Gußbruchsorten betrachtet werden müssen‘). Die Qualitäts-
unterschiede des Schrotts besitzen insofern Bedeutung, als sie die Ver-
wendungsweise in gewissem Umfange beeinflussen. So wird im Siemens-
Martin-Ofen vorzugsweise hochwertiger Schrott verbraucht; die minder-
wertigen Schrottsorten kommen in der Hauptsache für die Zugabe im
Hochofen in Frage. Überhaupt ist minderwertiger Schrott in gewissen
Ofenarten nur beschränkt verwendungsfähig. Die technische Entwick-
lung in der eisenschaffenden Industrie, besonders die steigenden. Öfen-
größen und die Häufigkeit der Chargenzahl hat dazu geführt, daß nach
Möglichkeit schwerer Schrott verwendet wird. Im allgemeinen aber be-
stimmen nicht technische Überlegungen, sondern vor allem die jeweilige
Preishöhe des Materials die Verwendung einzelner Schrottsorten. In
welchem Verhältnis hochwertiger und minderwertiger Schrott verbraucht
wird, läßt sich aus den Umsätzen der wichtigsten Schrotteinkaufsorga-
nisationen entnehmen. Im Westen dürften etwa 75°. hochwertiger
‘) Der in dem Anhang des Berichts wiedergegebenen Aufstellung 5. 8741f. liegen
Mitteilungen der in der internationalen Schrottwirtschaft beteiligten Sachverständigen
zugrunde. Dabei ist zu bemerken, daß die ae in Belgien und in Frankreich
Te Allgemeinen nicht so streng durchgeführt wird wie in Deutschland und in
Iingland.