Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

1 GO OESTEKKMCH. — Sociale, Gewerbs- und Handelsverhältnisse. 
1 illyr., 2 ruthen., 3 rumän., 2 griech., 1 slovak., 2 hebräisch; sodann 
330 nichtpolit. Zeitschriften; 190 deutsche, 57 ungar., 29 italien., 14 
poln., 13 Czech., 7 Serb., G Croat., 4 Slovak., 4 sloven., 2 ruthen.. 1 
griech., 2 hebr., 1 franz. 1SG3 wurden 2570 Druckschriften veröfl’ent- 
licht (1844.321/, 1853 angebl. G874), davon 1093 in deutscher, 34 7 in 
italienischer, 52G in slavischer, 582 in ungarischer, 8 in französischer und 
14 in lateinischer Sprache. — Neben Adel und Geistlichkeit bildet das 
Beamten th um einen besondern Stand. Die niedern Angestellten sind, 
besonders in einzelnen Zweigen, sehr gering besoldet, was seine schlim 
men Rückwirkungen nicht selten (zum Nachtheile des Volkes und der 
Staatscasse) fühlbar macht. 
Bei der letzten Aufnahme theilte sich die Bevölkerung nach ihrem 
Berufe folgendermassen (wobei aber die Zahlen bald einzelne Individuen, 
bald.Familien andeuten): Geistliche 57,959; Beamte 105,070, Militär,’ 
nicht actives, 140,948; Literaten und Künstler 30,010; Rechtsanwälte 
und Notare 9,899 ; Sanitätspersonen 27,984 ; Grundbesitzer 2’999,O90 ; 
Haus-^und Rentenbesitzer 715,840; Fabrikanten und Gewerbsleute 
072,373 ; Handelsleute 127,150; Schiffer und Fischer 54,028; Hülfs- 
arbeiter bei der Landwirthschaft 3’44 7,741 ;' bei Gewerben l’l 15,310; 
beim Handel 90,427; Dienstboten 892,855; Taglöhner 2'270¡309; 
ohne bestimmten Erwerb 1’281,700 (!). 
Die Länder, welche der österreichische Staat umfasst, besitzen einen 
grossen natürlichen Reichthum. Allein derselbe ist fast in keiner Beziehung 
erschlossen, wie es nach den bisherigen vielfachen Hemmungen der gei 
stigen und materiellen Entwicklung des Volkes nicht anders sein kann. 
Das Loos der Bauern hat sich in Folge der neuzeitlichen politischen 
Bewegungen, insbesondere derjenigen von 1848, vielfach gebessert; die 
frühem Leibeigenschafts-, Robbot- und sonstigen Hörigkeitsverhältnisse 
sind gebrochen, die alten Feudallasten ablösbar erklärt. Allein noch ist 
der Aufschwung nicht möglich ; noch lasten drückend die Ablösungsschul 
den auf den Landleuten, noch sind diese nicht wirklich vollkommen 
freie Eigenthümer. Dabei befinden sich die besten Ländereien im Be 
sitze der »todten Hand« des Klerus und des Adels, dessen untheilbar ge 
haltene Güter häufig den Umfang kleiner Staaten erreichen. Der grosse 
Grundbesitz hat seinen angeblichen Beruf in Förderung der Landwirth 
schaft nicht erfüllt. 
Landwirthschaft. Der jährl. Durchschnittswerth der landwirthschaftl 
Haupt- und Nebenproduction wird (r. Czörnig) auf 2073 Mill. fi. ge 
schätzt. Die Hauptposten sind : 
'Weizen 
Roggen 
Halbfrucht 
Gerste 
Hafer 
Mais 
Hirse 
Hülsenfrüchte 
Kartoffeln 
Reis 
Kraut 
Zuckerrüben 
.Heizen 4b'584,(MMl 
04'51S,UÜU 
15’OÜ(),000 
49’!>5S,000 
99’544,(I00 
4.3’07(i,(»0U 
9’731,()00 
4’9ü4,0(i0 
119’502,000 
Zollcentner 51G,0ü0 
59’Gf)(),000 
18’ö00,00ü 
Werth 
170 Mill. 
14G,8 - 
39.4 - 
87.4 - 
113,2 - 
83 
20.4 - 
15.5 - 
50 
4,8 - 
28 
8,G -
	        
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