Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

XVI 
Vorwort zur vierten Auflage. 
sich erfreuende Werk gleichzeitig stillschweigend geplündert 
und lärmend herabgesetzt wird ; dass, wenn gewisse Concur- 
reiiten ihm noch so viele Angaben und Berechnungen entnehmen, 
sie seinen Titel nicht mit einer Silbe erwähnen, es sei denn, dass 
sie im Werke einen Fehler aufgefunden zu haben glauben, in wel 
chem Falle sie nie enuangeln, dasselbe sorgsam zu citiren. Dies 
entspricht den ganz allgemeinen, regelmässigen Phänomenen. In das 
Gebiet der sogenannten »zufälligen« Umstände, d. h. in das Gebiet 
der durch Sondei^erhältnisse bedingten Erscheinungen fällt es da 
gegen, wenn der eine der Concurrenten z. B. nicht weiss, dass in 
der Strafrechtspflege ein Unterschied gemacht wird zwischen A er 
brechen und Vergehen, und wenn er in Folge dieser Lücke im ei 
genen Wissen — scharfen Tadel über den erfolgreichen älteren 
Concurrenten ausgiesst, weil nach dessen Angabe die Gesammt- 
zahl der eigentlichen »Verbrechen« (das Wort sogar noch be 
sonders mit Anführungszeichen versehen) in einem Lande (Bayern) 
kleiner erscheint als die der »Diebstähle und Unterschlagungen 
allein“, welche er sämmtlich doch auch für eigentliche »Verbre 
chen« ansieht. In das gleiche Gebiet der sogenannten »zufälligen 
Umstände« gehört es, wenn einem zweiten dieser Concurrenten 
das Missgeschick begegnet, dass ihm, während er die aller- 
neuesten Daten zu geben versjnicht, seine Quellen in gewissen 
Fällen gerade an demjenigen Punkte versiegen, an welchem die No 
tizen der vor dritthalb .Jahren erschienenen vorigen Ausgabe des 
gegenwärtigen Werkes auf hörten (z. B. was die nicht immer ganz 
leicht zu erlangenden Einzelangaben über die Budgets gewisser 
Mittelstaaten, wie Sachsen, Grossherzogthum Hessen, Nassau u. 
a. betrifft; ähnlich in gar manchen andern Fällen). In die nem- 
liche Kategorie der »zufälligen Umstände« mag es ferner gebracht 
werden, wenn dem geschmäheten Buche sogar ein Schreib- oder 
Druckfehler sorgsam nachgedruckt und wie ein Product neuester 
Berechnung dem Publikum vorgelegt wird. — Dass nebenbei Du 
tzende der mitunter wunderlichsten Missgriffe Vorkommen , dürfte 
bei einem Fabrikat der bezeichneten Weise etwa in die statistische 
(dasse der dem neuen Verfasser begegneten l’nglücksfälle einzu 
reihen sein. 
Doch, es wäre ein Unrecht gegen unser Pid)likum, wenn wir 
bei derartigen Dingen länger verweilen wollten. Mögen auch viel 
leicht einzelne Leser, die sich auf gleicher Höhe des Wissens be 
finden wie jene Verfasser, durch die Keckheit des Auftretens einen 
Augenblick lang getäuscht werden. 
Ein Buch wie das vorliegende ])flegt indess doch nicht bloss 
zum Erscheinen von Schriften solcher, sondern auch zu dem an 
derer Art beizutragen. Mittelbar oder unmittelbar fördert es das 
Entstehen wirklich verdienstlicher und werthvoller Werke. Wir 
begrüssen jedes derselben mit aufrichtiger Freude, und dies um so 
mehr, weil, wie eben der Erfolg zeigt, jede tüchtige Leistung das 
Interesse für die Wissenschaft verallgemeinert und das Absatz 
gebiet entschieden erweitert.
	        
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