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Vorwort zur vierten Auflage.
sich erfreuende Werk gleichzeitig stillschweigend geplündert
und lärmend herabgesetzt wird ; dass, wenn gewisse Concurreiiten
ihm noch so viele Angaben und Berechnungen entnehmen,
sie seinen Titel nicht mit einer Silbe erwähnen, es sei denn, dass
sie im Werke einen Fehler aufgefunden zu haben glauben, in welchem
Falle sie nie enuangeln, dasselbe sorgsam zu citiren. Dies
entspricht den ganz allgemeinen, regelmässigen Phänomenen. In das
Gebiet der sogenannten »zufälligen« Umstände, d. h. in das Gebiet
der durch Sondei^erhältnisse bedingten Erscheinungen fällt es dagegen,
wenn der eine der Concurrenten z. B. nicht weiss, dass in
der Strafrechtspflege ein Unterschied gemacht wird zwischen A erbrechen
und Vergehen, und wenn er in Folge dieser Lücke im eigenen
Wissen — scharfen Tadel über den erfolgreichen älteren
Concurrenten ausgiesst, weil nach dessen Angabe die Gesammtzahl
der eigentlichen »Verbrechen« (das Wort sogar noch besonders
mit Anführungszeichen versehen) in einem Lande (Bayern)
kleiner erscheint als die der »Diebstähle und Unterschlagungen
allein“, welche er sämmtlich doch auch für eigentliche »Verbrechen«
ansieht. In das gleiche Gebiet der sogenannten »zufälligen
Umstände« gehört es, wenn einem zweiten dieser Concurrenten
das Missgeschick begegnet, dass ihm, während er die allerneuesten
Daten zu geben versjnicht, seine Quellen in gewissen
Fällen gerade an demjenigen Punkte versiegen, an welchem die Notizen
der vor dritthalb .Jahren erschienenen vorigen Ausgabe des
gegenwärtigen Werkes auf hörten (z. B. was die nicht immer ganz
leicht zu erlangenden Einzelangaben über die Budgets gewisser
Mittelstaaten, wie Sachsen, Grossherzogthum Hessen, Nassau u.
a. betrifft; ähnlich in gar manchen andern Fällen). In die nemliche
Kategorie der »zufälligen Umstände« mag es ferner gebracht
werden, wenn dem geschmäheten Buche sogar ein Schreib- oder
Druckfehler sorgsam nachgedruckt und wie ein Product neuester
Berechnung dem Publikum vorgelegt wird. — Dass nebenbei Dutzende
der mitunter wunderlichsten Missgriffe Vorkommen , dürfte
bei einem Fabrikat der bezeichneten Weise etwa in die statistische
(dasse der dem neuen Verfasser begegneten l’nglücksfälle einzureihen
sein.
Doch, es wäre ein Unrecht gegen unser Pid)likum, wenn wir
bei derartigen Dingen länger verweilen wollten. Mögen auch vielleicht
einzelne Leser, die sich auf gleicher Höhe des Wissens befinden
wie jene Verfasser, durch die Keckheit des Auftretens einen
Augenblick lang getäuscht werden.
Ein Buch wie das vorliegende ])flegt indess doch nicht bloss
zum Erscheinen von Schriften solcher, sondern auch zu dem anderer
Art beizutragen. Mittelbar oder unmittelbar fördert es das
Entstehen wirklich verdienstlicher und werthvoller Werke. Wir
begrüssen jedes derselben mit aufrichtiger Freude, und dies um so
mehr, weil, wie eben der Erfolg zeigt, jede tüchtige Leistung das
Interesse für die Wissenschaft verallgemeinert und das Absatzgebiet
entschieden erweitert.