Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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PREUSSEN. — Sociale und industrielle Zustände. 
tlieile (soweit sie überhaupt wirklich vorhanden) doch entschieden Über 
wegen durch das »Betriebscapital«, welches der kleinere ICigenthümer in 
seinen und der Seinigen Kräften besitzt, sofern er freier Eigenthümer ist 
oder werden kann. Uebrigens beruht namentlich die Voraussetzung eines 
reichern Geldcapitals meistens auf Täuschung. Es ist (namentl. durch 
Lettè^ erwiesen, dass die grossen Güter durchschn. über die Hälfte, bis 
zu % ihres Werthes (in ganzen Kreisen sogar zeitweise bis 93%) mit 
1 lypothekschulden belastet sind. (In den wohlfeilen Jahren lb20—30 
erlao-en in der Provinz Preussen mindestens 80% aller Rittergutsbesitzer 
der Sequestration oder Subhastation, — verhältnissmässig weit mehr 
als kleine Besitzer. In Altvor- und Hinterpommern standen von 1000 
Rittergütern 1300 zur Subhastation.) Selbst die landwirthschaftlichen 
Credit- und Pfandbriefinstitute kamen bis zur neuesten Zeit zunächst nur 
den grossen Gutsbesitzern zu statten. Diese sind es auch hauptsächlich, 
welchen die Ablösungsgelder zufliessen (vom 2. März 1850 bis 
1. April 1859 an Rentenbriefen 78’508,380 Thlr. und ausserdem 79,183 
baar), welche Summen häufig zu weiterer Vergrösserung verwendet wur 
den. Nicht die Theilbarkeit des Grundeigenthums, sondern im Gegen- 
theile die IJntheilbarkeit so vieler weitausgedehnter Grundstücke ist we 
sentlich vom Uebel. *) 
Nach dem Stande der Besitzer vertheilt sich das Grundeigenthum 
(1860) folgendermassen in den einzelnen Provinzen; 
Prpusspii 
Krandi'iil). 
Pommern 
Schlesien 
Sachsen 
Westphalen 
Rheinland 
Domänen u. 
Staatsforsten 
Guter Morgen 
20t ;t’l04,500 
75 745,817 
207 ros,5,50:1 
10:1 052,082 
154 742,085 
125 70:1,870 
10 200,3.02 
45 578,204 
Ritter 
güter 
Sonstige selbst. 
Outsbezirke 
Guter Morgen 
2,04:1 5'577,l00 
5-041,047 
4M 71,5:15 
4-024,121 
()’507,21S 
1-442,017 
442,.520 
400,000 
1,451 
1,058 
1,80:1 
3,2,50 
1,14:1 
411 
407 
Guter 
770 
480 
052 
427 
008 
110 
keine 
keine 
Morg. 
505,240 
400,050 
046,103 
524,074 
287,870 
88,0:14 
keine ') 
keine 
Städte mit 
Gemarkung 
Gut. Morgen 
120 8-125,121 
144 520,714 
108 1-225,7:10 
72 701,004 
140 007,210 
140 1-010,050 
Landgemeinden 
u. Gemarkung 
Guter 
8,.521 
0,917 
0,208 
5,743 
0,085 
.Morgen 
12-077,080 
4- 00:1,807 
6-000,101 
5- 025,102 
0-7:10,740 
5-Ò05Í:l05 
128 7M,107 700 
/US. 1,010 0-105,088 12,502 28-ö:12,227"2,.50l '2-202,Oof 888 Ÿ487,100 27,582 40-077,200 
Gewöhnlicher Anbau des Feldes (nach Engel) : 
P777,OOÜ Morgen mit Weizen, ertragend 15'6U:l,37ó Schefiel einschl. Saat) 
8’1-28,000 
P474,000 
6’292,000 
P909,Ü00 
26,000 
60,277 
Roggen, 
Gerste, 
Hafer, 
Kartoffeln 
Tabak 
Reben 
60-000,674 
15-47:1,685 
78-646,564 
14:1-205,000 
403,7:12 Eimer. 
Die mit Tabak angebaute Grundfläche war 18.59 26,780, 1860 
2r>,284, 1861 nur 19,540 Mrg.—Von den Weinbergen gehörten 1 860 in 
*) Nach einer offic. Zusammenstellung (Staatsanz. vom 24. Sept. 1861) be 
trägt die Gesammtzahl der bis Ende 1860 im Ganzen ahgelöaten Spanndienst- 
tatre 6’310 352, der Handdiensttage 23-444,306; als Entschädigung wurden fest 
gesetzt: 34-210,062 Thlr. in Geld (Capital), 5,347,323 Scheffel Roggen (Rente), 
10,633 Scheffel Weizen und 287,072 Morgen I.andes. _ 
*) Es gibt 84,217 grössere Land-und Bauerngüter mit 3’530,703 Morgen, 
aber keine selbständigen Gutsbezirke. 
*) In Westphalen tverden 143,408 städtische und ländliche Grundstücke 
mit 2*050,800 Margen aufgeführt, die in die bisher erwähnten Kategorien nicht 
gehören.
	        
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