Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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DEUTSCHLAND.  —  Gr.  Hessen  /Finanzen).

die  Aemter  Amorbach,  Miltenberg,  Heubach,  Alzenau  und  Dorheim,
sodann  das  wieder  selbständig  gewordene  Hessen-Homburg,  zusammen
185,000  Menschen.  Es  erhielt  dagegen  einen  Theil  des  franz.  Donnersberg ­
  -  Departements  (mit  Mainz)  auf  dem  linken,  und  einen  Theil  des
Fürstenthums  Ysenburg  auf  dem  rechten  Rheinufer,  zus.  damals  mit
203,800  Menschen.  —  Die  Verfassung  datirt  vom  17.  Dec.  1820,  geändert ­
  1848,  dann  Octroyirung,  zuletzt  Wahlgesetz  vom  6.  Sept.  1856.
Finanzen.  Dreijährige  Budgets,  das  für  1863—65  so  abschliessend:
Einnahmen:  I.  Domänen  2’281,143‘/j  fl.’).  (Dabei:  Güter  659,360,  Forsten ­
  1’444,477  ,  Eisenbahn  80,000.)  II.  Regalien  61,500  (dabei  Post  25,000).
III.  Directe  Steuer*)  2’832,732%.  IV.  Indirecte  Auflagen  3’861,090  (dabei:
Tranksteuer  und  Zapfgebühr  900,000,  Salzregie  720,000,  Rheinzölle  130,000,
Mainzoll  15,000,  Chausseegeld  110,000,  Brückengeld  100,000,  Sporteln  98,000,
Stempel  490,000,  Abg.  von  Hunden  und  Nachtigallen  39,040,  Zoll  IT50,000).
V.  Einnahmen  aus  verschiedenen  Quellen  (Geldstrafen  etc.)  256,497%.  Zusammen ­
  9’292,963%  fl.
Ausgaben:  I.  Für  Lasten  u.  Abgänge,  auf  den  Cameraldomänen,  Forsten, ­
  Brandversicherungsbeiträge,  Renten,  insbes.  der  Grundrenten-Ablösungen
für  die  standesherrlichen  Steuer-u.  sonstige  Privilegien  etc.  778,376%.  II.  Verzinsung ­
  und  Tilgung  der  Staatsschuld  923,459.  III.  Pensionen  389,210  (dabei
137,450  Militärpens.).  IV.  Grossh.  Haus-  und  Hofstaat*)  770,000.  V.  Landstände ­
  20,000.  VI.  Militär  und  Militäranstalten*)  1’667,180.  VII.  Staatsminister, ­
  Staatsrath  und  Cabinets-Direction  33,415.  VIII.  Ministerium  des  Grossh.
Hauses  und  desAeussern  *)  130,734.  IX.  Ministerium  des  Innern“)  P350,133%.
X.  ditto  der  Justiz  557,506.  XI.  ditto  der  Finanzen  2’313,958.  XII.  Allgemeine
Kosten  in  den  Collegienhäusern  7932.  XIII.  In  Folge  weiterer  nachträglicher
Vorlagen  etc.  94,931  %  fl.  Zusammen  9,036,835%  fl.  ')

*)  Der  übrige  Theil  der  Eisenbahnerträgnisse  wird  für  Verbesserung  der
Bahnen  (Herstellung  von  Doppelgeleisen)  verwendet.  Das  Budget  ist  sonach
unvollständig.  (Der  Ertrag  ist  durchschnittl.  über  5  %.)
*)  Es  werden  erhoben  10  Kreuzer  3  %  Heller  auf  den  Gulden  Normalsteuercap ­
  ital.  Der  Betrag  des  letzten  ward  für  1864  angenommen  zu  15’892,217  fl.
(Für  1865  wurden  16’058,820  fl.  angenommen,  nemlich:  3’205,550  Personal-,
1’971,301  Gewerb-  und  10’881,9(»9  fl.  Grundsteuer.)  Der  Ertrag  der  directen
Steuer  war  1864  veranschlagt  zu  2*880,464*/,„  fl.,  wovon  auf  die  einzelnen  Provinzen ­
  kommen  :  Rheinhessen  1*043,411%,,  Starkenburg  951,232“/,o,  Oberhessen ­
  885,82oy,q  fl.  —  Im  Jahre  1851  wurden  nur  8  Kreuzer  vom  Steuergulden
erhoben.
*)  Die  eigentliche  Civilliste  war  früher  zu  581,000  fl.  bestimmt.  Im  Jahre
1855  erging  an  den  I,andtag  das  Ansinnen,  1*100,000  fl.  Schulden  der  Civilliste
auf  die  Landescasse  zu  übernehmen,  wogegen,  ausser  dem  vorhandenen  Papiergelde, ­
  dessen  weiter  für  noch  eine  Million  ausgegeben  werden  sollte,  so  dass  die
Zinslast  nicht  wesentlich  vergrössert  werde  ;  ausserdem  aber  sei  diese  Mehrausgabe ­
  von  Papiergeld  durch  Abzüge  an  der  Civilliste  allmählig  einzuziehen.
Nach  längeren  Verhandlungen  gingen  die  Kammern  darauf  ein.  Die  Bestimmung ­
  wegen  Abzugs  an  der  Civilliste  hatte  aber  so  wenig  praktische  Bedeutung,
dass  die  Civilliste  im  Jahre  1857  vielmehr  um  50,000  fl.  emöht  wurde.  (Ausserdem ­
  erhielten  zwei  Neffen  des  Grossherzogs,  welche  keinen  Anspruch  auf  Apanage ­
  besassen,  jeder  eine  solche  von  18,000  fl.  jährlich  —  und  im  Jahre  1861
der  eine,  in  Folge  seiner  Verehelichung,  weiter  noch  22,000  fl.,  also  im  Ganzen
40,000  fl.  —  von  den  Ständen  bewilligt.)
*)  Das  Militärbudget  war  18*%,  nur  892,355  fl.,  18*%,  1*164,377,  18»%,
1*208,721.
*)  Dabei  60,000  fl.  für  Gesandtschaften  und  Consulate.
“)  Dabei:  Univers.  Giessen  82,455,  Gendarmerie  137,431  fl.
*)  In  Folge  Beschlusses  der  Stände  über  den  Abzug  am  Reinerträge  der  Forsten ­
  von  */,o  auf  %q  der  Rubrik  »I.  I,asten  auf  Forstdomänen«  wurden  un-
            
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