Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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ITAIJEN. — Militär (Marine). — Sociales. 
umkamen. — Deber den Feldzug von 1S59 fehlen noch statist. Nach 
weise. 
b) Neapel und Sicilien. Vor der französ. Revolution bestand 
das Heer aus ungef. 25,000 Mann. Als man dasselbe 1798 auf angeb 
lich 120,000 brachte (Mack drang mit 00,000 derselben in das römische 
Gebiet ein), hatte man fast nur ungeübte Massen, welche von den Fran 
zosen schnell zerstreut wurden. — Unter Murat’s Regierung kämpften 
Neapolitaner zur Seite der Franzosen, namentlich in Spanien und in 
Russland. Gegen Napoleon vermied der König 1811 jeden ernsten An 
griff. Als er 1815 die Grenze wieder überschritt, zählte seine active 
Armee in Wirklichkeit wenig über 30,000 M. (s. Pepe, memorie) ; er 
ward von den Oesterreichern unschwer geschlagen (Treffen bei Mace- 
rata). — Zur Vertheidigung der Cortesconstitution geschah 1822 fast 
nichts, — vielmehr wurden die Vertheidigungsm assregeln vom Regenten 
und einem Theile der Generale systematisch vereitelt. Wilh. Pepe, 
gegen welchen der ganze Stoss der österr. Executionsarmee (58,000 M.) 
gerichtet war, hatte nur 18,000 Linientruppen und nicht einmal ebenso 
viel Milizen. Nach dem Treffen bei Rieti lösten sich die Truppen fast 
vollständig auf. — Im Frühjahre 1848 sendete der König ein Heer 
.unter Wilh. Pepe zur Bekämpfung der Oesterreicher nach Oberitalien, 
rief dasselbe aber sogleich nach dem Verfassungsumsturze zurück. Einige 
kleine Abtheilungen verweigerten den Gehorsam, geführt von Pepe und 
einer Anzahl anderer Officiere ; sie zeichneten sich in Vertheidigung 
Venedigs durch Geschicklichkeit wie durch Muth aus. Der König von 
Neapel selbst unternahm 1849 einen Feldzug gegen die römischen Re 
publikaner , ward aber von Garibaldi schmählich über die Grenze zu 
rückgetrieben. Vor der letzten Umwälzung zählte das neapolit. Heer 
formationsmässig 92,586, mit der Reserve sogar 143,586 Mann. 
Märine. Dem Marinebudget für 1865 zufolge zählt man 73 Kriegs 
und 25 Transportschiffe. Unter ersteren befinden sich 1 Schrauben 
linienschiff, 13 Schraubenfregatten ersten Rangs , wovon 5 gepanzert, 
9 Fregatten zweiten Rangs, wovon 2 Segelfregatten und 6 gepanzert, 
10 Corvetten ersten Rangs, wovon 2 Segelcorvetten und 2 gepanzert, 
17 Corvetten zweiten und dritten Rangs, 14 kleinere Schiffe, 8 Schrau- 
ben-Kanonenboote und ein Dampfwidder. Von diesen Schiffen sind 
noch 13 im Bau, darunter der letztgenannte Dampfwidder »Affondatore« 
in London, dessen Kosten auf 4 Mill. Fr. angeschlagen sind. Der 
Gesammtkostenbetrag der Flotte beläuft sich annäherungsweise auf 
141 033,205 Lire. Eine andere in den ital Kammerverhandlungen 
von 1861 mitgetheilte Aufstellung ergibt ; 14 Panzerschiffe, 31 Schrau 
ben- und 36 Raddampfer, endlich 18 Segelfahrzeuge. Sie führen zus. 
1324 Kanonen, haben 26,030 Pferdekraft 1 28,479 Tonnen Gehalt u. 
21,930 Individuen zur Bemannung. Die Kosten werden hiebei zu 
141’429,205 Lire angegeben. Das grösste Schraubenschiff ist der Re 
Galantuomo von 64 Kan., aber nur mit 450 Pferdehr. ; dagegen haben 
5 Panzerfregatten je 36 Kan. u. 800 — 900 Pferdekr. 
Sociales. So viele begründete Klagen sich "auch gegen die jetzige 
Verwaltung in Italien erheben, so muss doch immerhin anerkannt wer 
den, dass die neue Ordnung der Dinge frisches Leben statt der früher
	        
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