Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

ITALIEN.  —  Die  römischen  Staaten  (Finanzen).

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porirung  Roms  selbst  in  den  franz.  Kaiserstaat  (Departemente  der  Tiber
und  des  Trasimene  ;  Rom  sollte  «  die  zweite  Stadt  des  Reiches  «  sein).
r)en  Papst  brachte  man  gewaltsam  nach  Frankreich.  —  1814  Restauration, ­
  unter  Verlust  Avignon’s  und  eines  kleinen  Landstriches  auf  dem
rechten  Poufer.  —  Die  Aufstände  von  1848  veranlassten  den  Papst  zur
Flucht  nach  Gaeta  (24.  Nov.).  Am  8.  Febr,  1849  beschloss  die  Nationalversammlung ­
  :  Wiederherstellung  der  »römischen  Republik«.  Nach
ruhmvollem  Kampfe  fiel  Rom  am  3.  Juli  in  die  Gewalt  der  von  dem
Präsidenten  Napoleon  zur  Wiedereinsetzung  des  Papstes  gesendeten
Truppen  der  franz.  Republik.  —  1859  befreite  sich  die  Romagna  von
der  päpstl.  Herrschaft;  ISGO  folgten  die  Marken  und  Umbrien.
Finanzen.  Waren  dieselben  schon  früher  zerrtlttet,  so  kann  es  nicht
Wunder  nehmen,  dass  sie  nach  der  Lostrennung  von  mehr  als  drei  Viertheilen ­
  der  frühem  Bevölkerung  in  vollständiger  Unordnung  sich  befinden. ­
  Verlässige  Nachweise  fehlen  um  so  mehr,  als  die  Oeffentlichkeit
der  Finanzverwaltung  ausgeschlossen  ist.  Nach  Privatangaben,  die  wir
in  Kürze  zusammenstellen,  hätten  die  Budgets  etwa  so  abgeschlossen  ;
I860:  Bedarf  22,  Einkommen  8  Mill.  Scudi
1861  :  -  20,  -  8  -
1862:  -  10,  -  5  -  -

Es  liegt  uns,  jedoch  nicht  in  authentischer  Form,  folgendes  Budget
für  1804  vor  (in  Scudi)  :
Einnahme
Directe  Steuern  und  Domainen  (dazii  .  .  .  1'050,737
Zölle  (dogane)  2’600,910
Cataster  (censo)  —
Stempel  u.  Enregistrement  (bollo  e  registro;  316,263
Bost  176,075
Lotto  745,618
Münze  (zecca,  bollo  d’oro  e  d’argento)  .  .  .  66,110
Steatsschuld  2(i2,15(»
Finanzministerium  —
Min.  des  Innern  (Specialtitel;  45,264
Handelsministerium  51,762
Kriegswesen  55,115

Anigabe
271,018
435,305
57,172
40,902
142,373
490,330
57,755
5’363,261
1'303,387
873,055
313,115
J^61,432
10’728,123

Zusammen  Sc.  5'3IO,0|0
Das  Deficit  (5’408,213)  ist  somit  grösser  als  die  ganze  Einnahme.  Die
Verzinsung  der  Schuld  allein  verschlingt  alle  Einkünfte,  ja  noch  darüber
hinaus  !  Es  i^  dies  Folge  davon,  dass  der  Papst,  um  die  Losreissung
der  mit  dem  Königr.  Italien  vereinigten  Provinzen  nicht  anzuerkennen,
die  förmliche  Uebernahme  eines  Theiles  der  Schuld  auf  diese  Landestheile
  nicht  eingeht.  Der  Ertrag  des  »  Peterspfennigs  «  reicht  zur
Deckung  eines  solchen  Deficits  nicht  aus.  Der  Ertrag  dieser  Sammlungen ­
  soll  von  1860  bis  zum  Mai  1864  zusammen  37’690,000  Fres.
=  6'853,000  Scudi  gewesen  sein.  —  Das  Budget  für  1865  soll  mit
6’300,000  Sc.  Einnahme  und  ll’800,000  Ausgabe,  sonach  wieder  5‘'
Mill.  Deficit,  abschliesscn.
Das  Budget  für  1859  ,  das  erste  seit  langer  Zeit,  in  welchem  das
Gleichgewicht  wenigstens  auf  dem  Papiere  hergestellt  war,  schloss  mit
14’752,365  Scudi  Einnahme  und  14’568,858  Ausgabe.  Dabei  waren
die  Haupteinkünße,  brutto:  Zölle  (wobei  aber  auch  Tabaks-  u.  Salzmonopol) ­
  7’898,215  (Kosten  2’431,775)  ,  Steuern  und  Domänen
            
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