Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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ITALIEN.  —  Die  römischen  Staaten  (Finanzen).

3’532,090,  Stempel  und  Einregistrirung  1’047,94(),  das  sittenverderbende ­
  Lotto  riSl,S00  (davon  Kosten  796,655).  —  Ilauptausgaben  :
Schuld  5’547,750,  Militär  2’082,358,  Inneres  1’527,669  (wov.  die  Gefängnisse ­
  gegen  800,000  !).  Das  Budget  für  1860,  das  letzte  bei  dessen
Aufstellung  die  Regierung  sich  im  vollen  Besitze  des  Landes  befand,
schloss  noch  ab  mit  14’453,328  Scudi  Einn.  und  15  019,331  Ausg.  Verglichen ­
  mit  dem  Voranschläge  von  1864  ,  haben  sich  die  Einkünfte  um
Ya,  die  Bedürfnisse  nur  um  %  vermindert.
Indessen  geben  die  Budgets  überhaupt  nur  ein  sehr  unvollständiges
Bild  des  wirklichen  Bedarfes.  Es  sind  aus  denselben  ausgeschlossen:  die
Fondsanweisungen  für  besondere  Titel,  namentlich  die  Dotation  der
Präfectur  der  apostolischen  Paläste  (600,000  Scudi),  die  Ausgaben  für
den  Papst  selbst,  u.  jene  für  die  Municipalität  v.  Rom  ;  endlich  die  nicht
ganz  zu  vermeidenden  Kosten  des  Unterhalts  der  fremden  Truppen.  —
Während  schon  1859  die  Schuld  allein  fast  31  Proc.  sogar  von  der
Brutto-Einnahme  verschlang,  ward  für  Unterricht  und  Wohlthätigkeit
aus  dem  Staatsbudget  nicht  mehr  aufgewendet,  als  die  Festlichkeiten  bei
Creirung  von  8  neuen  Cardinälen  erheischten.  Allerdings  erscheint  der
persönliche  Bedarf  des  Papstes  nur  mit  ungefähr  600,000  Scudi  (fast
900,000  Thlr.)  in  diesen  Rechnungen;  allein  in  Wirklichkeit  sind  weit
über  5  Mill.  Scudi  (über  7  Mill.  Thlr.)  als  Ertrag  der  geistlichen  Beneficien ­
  im  Kirchenstaate  hinzu  zu  rechnen.  —  Das  Personal  der  Beamten
betrug  1854  8,296,  (7,858  in  Activität,  438  in  Quiescenz).  Sie  bezogen
1’949,431  Sc.;  ausserdem  erforderten  die  vacan  ten  Stellen  51,867,  und
die  Pensionen  74,883,  zus.  fast  %  der  damaligen  Gesammteinnahme.
Finanzgeschichtliche  Notizen.  Nach  der  officiellen  Zusammenstellung ­
  der  Staatsrechnungen  von  1814—1846,  welche  der  päpstliche  Finanzminister ­
  Morichini  im  Dec.  1  84  7  der  vom  Papste  eingesetzten  »  Consulta« ­
  vorlegte,  war  seit  1828  auch  nicht  ein  Jahr  ohne  Deficit
geblieben.  Von  1828—30  betrug  dieses  Deficit  399,393,  in  den  drei
nächstfolgenden  Jahren  1831  —  33  zusammen  8’187,574,  und  von  da
bis  zum  Tode  Gregor’s  des  XVI.  in  jedem  Jahre  durchn.  566,000
Scudi.  —  Morichini’s  Nachfolger,  Angelo  Galli,  sagte  in  seiner  1847
verfassten  Relation  :
»Viele  Register  sind  nicht  abgeschlossen;  die  Ausgabenverzeichnisse  lassen
sich  nicht  auffinden,  und  jene  der  De])ositen  sind  schlecht  aufhewahrt.  Im  Allgemeinen ­
  enthalten  die  Register  Abänderungen,  Zusätze  u.  Abminderungen,  die
eine  Vergleichung  mit  den  frühem  Rechnungen,  an  welche  sie  sich  anscnliessen
sollen,  nicht  zulassen.  Bei  den  Cameralcassen  bleiben  enorme  Summen  zu  liquidiren
  ;  hinsichtlich  der  Cassabücher  existirt  keine  regelmässige  Entlastung.  Es
ist  bekannt,  dass  seit  1837  den  Schatzverwaltungen  legale  Papiere  fehlen.«
Es  scheint,  dass  die  Finanzverwaltung  in  der  Revolutionszeit  (unter
der  Republik)  zum  ersten  Male  eine  mindestens  formell  geordnete  war  '.
Wenigstens  sah  sich  der  franz.  Obergeneral,  nach  befohlener  strenger
Untersuchung,  zu  einer  für  die  Betheiligten  sehr  ehrenvollen  Erklärung
veranlasst.  Nach  der  Restauration  erfolgte  sofort  die  Erhöhung  einer
Reihe  von  Steuern.  Der  Versuch  einer  rationellen  Finanzverwaltung
hörte  auf,  sobald  man  das  Finanzministerium  wieder  einem  Geitlichen
übertrug.  Die  leasten  wurden  dermassen  gesteigert,  dass  die  Staatseinkünfte, ­
  im  J.  1838  zu  7’080,000  Scudi  berechnet,  1859  mehr  als  das
            
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