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NIEDERLANDE. — Militär.
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im Staatshaushalte wieder herzustellen. Von 1850 an begann die Schul
dentilgung mit Nachdruck und glänzendem Erfolge. So hat sich denn
— eine seltene Ausnahme in unserer Zeit — der Schuldenstand folgen-
dermassen vermindert:
1S40, 1. Jan., Capitalschuld ’122,702 fl., mit 35’787,94S Zins.
1857, - - l,150’im(>,()30 - - 33’65fl,221 -
1859, - - 1,086*343,830 - - 31*402,675 -
Nach Angabe des Finanzministers bei Vorlage des Budgets für
1861 betrug die Verminderung der Schuld von 1844 bis dahin bereits
170 Mill. Capital und 9 Mill. Zins. Eine Erklärung des Ministers von
1863 entziffert die Verminderung des Capitalbetrags der Schuld von
1850—62 auf 204*083,91 1, die der Zinslast zu 6*260,549 fl.
Militär. Der Stamm des Heeres besteht aus Geworbenen. Die
Dienstzeit der Conscribirten, mit dem 20. Altersjahre beginnend, dauert
5 Jahre, doch werden sie nach einigen Monaten als Miliz entlassen, und
nur alljährlich einige Wochen lang wieder eingeübt.
Linie. 9 llegim. Infanterie (1 Grenad. und Jäger, 8 eigentliche
Linie, zu 4 Bataill., jedes mit 5 Feld-und 1 Depot-Compagn.) ; 5 Reg.
Cavallerie (4 Drag, und 1 Limburger Jäger, die ersten zu 4 , letztes zu
5 Feld- und I Depot-Escadr.); 5 Reg. Artillerie (I Feldartill.-Reg. mit 11,
1 reit. Reg. mit 1 Batterien zu 8 Kan. , 3 Festungsartill. - Reg., 1 reit.
Reg. mit 4 Batterien); 1 Genie-Bataill., Pontoniers etc. Gesammt-
stärke 61,078 M., wov. 4703 (*avall. und 10,196 Artill. mitl2ü Feld
geschützen. Die ostind. Armee (s. unten) ist dabei nicht einbegriffen.
Miliz. Ausserdem besteht eine I^andwehr {Schüttere = Schützen), in
2 Banne getheilt, alle Waffenfähigen vom 25.—35. Altersjahre in sich
begreifend. 1861 bestand der ndienstthuendea Ban aus 15 Bataill. mit
25,843 in der ersten und 7747 in der zweiten und dritten Classe, zu
sammen 33,590 M. Die erste Classe begreift die Unverheiratheten,
Wittwer ohne Kinder etc. — Eine weitere Ahtheilung bildete die ruhende
{rüstende) Schüttere!, 54 ganze und 9 halbe Bataill. und 62,597 M. —
Im Frieden gibt der Staat den Schutters nur die Ausrüstung. Ein Ge
setz von 1861 verfügte übrigens die eventuelle Verschmelzung der Miliz
mit dem stehenden Heere.
Festungen. Mastricht, Venloo, Herzogenbusch, Breda, Bergen-op-
Zoom, Vliessingen und Grave. Kleinere: Sluis, Briel, Helvetsluys, Coe-
vorden, Sas van Gent, Nieuwe-Schanz, Schoonhoven, Bourtanger-Schanz
und Ter-Neuve. (Luxemburg ist deutsche Bundesfestung.)
Armeein Ostindien: 28 Bataill. Infant., 1 Reg. Cavall., 18 Comp.
Artill. und 6 Comp. Genie. Die Infant.-Bat. bestehen aus 4 Comp. In
länder und 2 Comp. Europäer und Afrikaner; 3 Bataill. und die Reiterei
sind ausschliessl. aus Europäern gebildet, die Artill. und das Geniecorps
zur Hälfte. I860 wurde die Gesammtstärke der Truppen in Ostindien
zu 27,104 M. angegeben, wovon 11,189 Europäer, 331 Afrikaner,
1209 Amboinesen und 14,375 Eingeborne. Der Effectivstand betrug
am 31. Dec. 1862 (nach dem Gothaer Almanach): 24,544 M. Infant.,
2823 Artill., 624 Cavall., 937 Sappeurs u. Genie, u. 1264 Offleiere,
— zusammen 30,192.