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SPANIEN. — Finanzen (Schuldgeschichte).
vermehrte die*ohnehin schon unter Karl V. und Philipp II. angehäuften
Passiva. Beiiri Tode Philipp’s V. Avar Spanien mit SOO Mill. Realen
belastet. König Ferdinand legte seinen Käthen die Frage vor: ob er
verpflichtet sei, dieselben anzuerkennen ; seinem Verlangen gemäss ver
neinten sie die Frage, und nun Avar des Königs Gewissen beruhigt.
Karl III. hielt sich verpflichtet, dieses Unrecht wieder gut zu machen •
von 1762 bis 79 erfolgten einige Abschlagszahlungen. Allein der ame
rikanische Krieg hatte das AusWeiben der Silberflotten zur Folge und
von 1780 an ward das Land auch noch mit 800 Mill. Papiergeld ¡vales)
überschwemmt. 1796 sanken die Einkünfte von den früheren 675 auf
478 Mill. R., Avährend sich der Bedarf von 1117 auf 1442 vergrösserte.
Indessen sollte nach den spätem Finanzplänen die ganze Schuld im Jahre
1800 vollständig abgetragen sein. Natürlich ward diese Verheissung
nicht erfüllt. Als Joseph Napoleon 1808 den span. Thron bestieg, war
eine Schuld von 7200 Mill. Aorhanden. Das Papiergeld, schon 1806 auf
51 % seines NennAverthes herabgegangen, sank 1808 auf 28, 1809 auf
20 und 1811 auf 4 % ! Von 1808—19 bekümmerte man sich nicht um
die Schuld. Bei der Restauration Avar dieselbe auf 11,735 Mill, ange-
wachsen. Der Unabhängigkeitskrieg hatte also 4500 Mill. R. gekostet.
Das Papiergeld stieg wieder um 44 %, Ferdinand VII. verweigerte ir;-
dess jeder neuen Schuld die Anerkennung, unbekümmert darum, dass
die Cortes 1810 und 11 in der grössten Noth sogar Privatgelder Avegge-
nommen und zur Rettung seines Thrones verAvendet hatten! Die Cor
tes von 1820 fanden eine Schuldenmasse von 14,361 Mill. ZAvei Drit-
theile der Schuldurkunden gehörten aber geistlichen Corporationen, deren
Aufhebung beschlossen ward. Dadurch verminderte sich die Last auf
4833, oder nach anderer Berechnung, auf 5273 Mill. Zur Tilgung be-
sass man Nationalgüter im Werthe von 8633 Mill. — Nach Wieder
herstellung des Absolutismus verweigerte König Ferdinand den von ihm
selbst genehmigten Cortesanlehen die Anerkennung, obAvol das Geld
theilweise für seine Civilliste verwendet worden war. Die vier Cortesan
lehen beliefen sich auf zwei Milliarden, wovon allerdings kaum ein Vier
tel in die Staatscasse gelangt war. Der König erklärte auch die Ver
käufe der Klostergüter für nichtig ; man gab den Käufern nicht einmal
die bezahlten Beträge zurück. (Es waren 25,177 Güter verkauft und
ZAvar uni 1045 Mill., während der TaxAverth nur 450 Mill, betragen
hatte, die Avirklich geleisteten Zahlungen beliefen sich auf mehr als 352
Mill.) Nun musste Spanien noch eine Kriegsentschädigung an Frank
reich entrichten: 278 Mill R., in 3% Inscriptionen in das »grosse
Buch«. Aber auch England erhob Entschädigungsansprüche. Um das
selbe zu befriedigen, nahm Spanien zu Paris lOü Mill. Fres, auf im
Curse von — 50 Procent! Trotz seiner Nichtanerkennung der Cortes
anlehen vergrösserte Ferdinand die Schuld um 2181 Mill. Der neue Erb
folgekrieg (für Isabella) kostete gegen 4 Milliarden ! Nach der Zeit der
Juhrevolution musste man, um wieder geliehen zu bekommen, sich be
quemen, die alten Schulden anzuerkennen. Immer wieder ward man
zum Verkaufe der Geistlichengüter gedrängt. So erfolgten von 1836 bis
zum October 1839 Veräusserungen im Betrage von mehr als 1300 Mül.
Real. ; aber Alles reichte nicht aus. Es herrschte sogar formeU die äus-