Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

28*

\T£REINIGTE  STAATEN.  -  Finanzen.

435

122,59,  October  107,35,  November  133,75,  December  129,28;  I.  Semester ­
  72,17,  II.  Semester  134,03,  im  ganzen  Jahre  1864  :  103,15*
Proc.  ;  Minimum  am  6.  Jan.  51,5,  Maximum  am  11.  Juli  175,5  %.

Finanzen  der  Südstaaten.  Ueber  diese  entnehmen  wir  dem  Berichte,
welchen  der  Finanzminister  der  Conföderirten,  Mcmminger,  im  Dec.
1803  an  den  Congress  erstattete,  folgende  Angaben.
In  den  9  ersten  Monaten  1863  betrugen  diegesammt.  Einkünfte  601’522,893  S,
wovon  aber  nur  6’945,241  aus  gesunden  Quellen  herrührten,  neml.  4’128,988
Kriegssteuer,  934,798  Zölle  etc.  Die  übrigen  Mittel  waren  :  391’623,53ü  S  Tresorscneine,
  ca.  175  Mill.  Anleihen  zu  8,  7,  6  und  5%  ,  1’862,550  durch  Sequestration ­
  erlangt,  2  Mill.  Baumwollen-Certificate,  24’498,217  durch  diverse  Mittel ­
  erzielt  etc.  —  Diese  Zahlen  reprásentiren  in  allen  Fällen  Papier,  welches
sich  damals  gegen  Gold  durchschnittlich  wie  1  zu  12  verhielt.  Das  Kriegsdepartement ­
  kostete  ca.  378  Mill.,  die  Marine  38,  der  Civildienst  erforderte  12,
die  öffentl.  Schuld  32’,  ausgelöste  Tresorscheine  59’,  fundirte  Tresorscheine  65’,
Total  584’368,559  ff,  demnach  Bestand  17’154,334.
Die  Regierung  der  Südstaaten  deckte  ihre  Bedürfnisse  vorzugsweise ­
  durch  Ausgabe  unfundirten  Papiergeldes.  Zu  Anfang  des  Jahres
1864  war  dessen  Betrag  blos  in  Schatzscheinen  auf  die  enorme  Summe
von  700  Mill,  und  von  Vao  Ponds  auf  200  Mill.  $  angewachsen,  die
Kauffähigkeit  aber  tief  herabgesunken.  Da  erliess  der  südstaatl.  Congress ­
  ein  Decret  (promulgirt  unterm  27.  Febr.  1864),  nach  welchem
den  Inhabern  der  Schatzscheine  auferlegt  wurde,  die  genannten  Papiere
'  bis  spätestens  zum  1.  April  (also  innerhalb  33  Tage!)  gegen  4proc.
Bonds  zu  convertiren.  Nach  Ablauf  dieser  Frist  wurden  die  Papiere
nur  noch  um  %  ihres  Nominalwerths  angenommen,  und  jeden  Monat
weiter  10®/,  mehr  abgezogen.  Ebenso  mussten  die  Yao  Bonds  con  verti ­
  rt  werden.  —  Es  war  eine  colossale  Repudiirung,  ein  vollständiger
Bankerott!  Bei  der  Ungeheuern  Ausdehnung  des  Landes  und  dem  Abgeschnittensein ­
  grosser  Landschaften  von  der  secessionistischen  Regierung ­
  ,  war  es  gar  nicht  möglich,  alle  Papiere  rechtzeitig  zur  Convertirung
  anzumelden.  Die  Inhaber  waren  kurzweg  ihres  Eigenthums
beraubt  !

Die  Gesammtschuld  der  südstaatlichen  Confederation  wurde  gleichwol
  von  deren  Finanzminister  für  den  1.  Oct.  1864  auf  1147  970,208  ^
angegeben,  wovon  549’340,090  verzinslich,  der  ganze  Rest  aus  Schatzbonds ­
  bestehend,  welche  bis  Ende  des  gedachten  Jahres  convertirt  sein
Würden.  Nicht  eingerechnet  sei  das  sogen.  Baumwollen-Anlehen,
2’200,000  £  betragend,  zu  dessen  Deckung  250,000  Ballen  Baumwolle ­
  dienten;  nicht  eingerechnet  sind  ferner  die  repudiirten  Summen.

Zur  Schuldgeichichte.  Nach  dem  Unabhängigkeitskriege  hatte  man  :

Auswärtige  Schuld:  an  Frankreich  38  Mül.  Livr.
an  Holland,  Capital  671,200,  Zinsen  26,848  =
an  Spanien

Einheimische  Schuld:

Anlehen,  unbezahlte  Zinsen,  Sold
Gesammtschuld

7’037,037  ft
698,048
150,000
7’885¡08^
34’115,290
42’000.375

In  der  Folge  stellte  sich  indess  eine  bedeutend  grössere  Ziffer  heraus;
auch  ward  die  zur  Verzinsung  erforderliche  Summe  auf  nicht  weniger
als  3’4  15,955  ^  berechnet.  Später  betrug  die  anerkannte  Schuld  :
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.