Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

ITUUGliAY.  —  BRASILIEN.

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limalla}  (Republik).
Die  »Republica  oriental  del  Uruguay  a  (wol  auch  nach  dem  Haupthc'standtheile
  Montevideo  genannt)  umfasst  etwa  3400  Q.-Meil.  und
210,000  Menschen.  Stadt  Montevideo  40,000  Einw.  —  Budget  für  18
Monate  vom  I.  Juli  1860  bis  Ende  1801  :  Einn,  und  Ausg.  3’579,802
Piast.  Schuld  20  Mill.,  ausserdem  50,000  C  engl.  Schuld;  die  meisten
Zinsen  rückständig.  (Im  Decbr.  1801  ward  ausserdem  zu  London  ein
Oproc.  Anlehen  von  1  Mill.  Pf.  Sterl.  im  Curse  von  00  aufgelegt.)  —
Handel  1801:  Einf.  0  012,522,  Ausf.  7’570,257  Piaster.

Krasilieii  (Kaiserthum).
Areal  etwa  1  18,000  Q.-Meil.  Bevölkerung,  naeh  einer  s.  g.  Aufnahme ­
  von  1850,  7’077,800,  1850  (nach  ministerieller  Schätzung)  über
8  Mill.  ;  worunter  über  5  Mill.  Freie,  2%  Mill.  Negersklaven  und  %  Mill.
Wilde  (nach  einer  altem  Angabe  etwa  l'300,000  Weisse).  Die  Sklaven
sollen  sich  grosstentheils  im  Besitze  von  10,000  Eigenthümern  befinden.
Cultus  der  katbolische,  mit  kümmerlicher  Duldung  anderer  Confessionen.
(Vgl.  »Brasilien  unter  Kaiser  Dom  Pedro  II.«  ;  von  Pereira  da  Silva;
übers.  V,  Cap.  Hörmeyer.)  Rttitvanderung  aus  Europa  ist  ziemlich  zahlreich ­
  ,  hat  aber  zahllose  Klagen  der  Einwanderer  veranlasst.  Eine,  jedoch ­
  unvollständige,  officielle  Zusammenstellung  von  1801  führt  55  Colonicn
  auf  mit  33,070  Menschen.  Am  bedeutendsten  ist  darunter  S.  Leopoldo ­
  mit  15,200  Personen.  Städte:  Rio  de  Janeiro  1855  mit  200,130
Einw.,  Bahia  über  120,000.  —  1808  flüchtete  die  portugiesische  Königsfamilie ­
  nach  Brasilien,  1815  ward  diese  Colonie  zu  einem  »  Königreiche« ­
  erklärt.  Nachdem  der  Hof  1820  nach  Europa  zurückgekehrt,
erfolgte  1822  der  Zusammentritt  einer  Nationalversammlung,  1.  August
Erklärung  der  Trennung  von  Portugal,  12.  Oct.  Erhebung  des  Kronprinzen ­
  zum  Kaiser  des  selbständigen  Reiches  Brasilien.  Verfassung
vom  11.  Dec.  1823.
Finanzen.  Das  Budget  für  IS^Vss  schliesst  ab  mit  52  Mill.  Mil-Reïs
Einn.  und  50’588,818  Bedarf  (davon  1’078,000  Hof,  14’012,014  Landund
  7’000,100  Seemacht;  die  Schuld  erfordert  etwa  7’/*  Mill.).  Dazu
kommen  10—12  Mill.  Provincialbedürfnisse.  Die  Budgetsätze  reichen
thatsächlich  nie  aus.  So  betrug  der  Voranschlag  für  1857  blos  35'/%  Mill.,
während  die  wirkl.  Ausgabe  18%  überstieg.  Allerdings  vermehren  sich
die  Einkünfte  fortwährend  (  1820  erst  10  Mill,  [oder  10,000  Contos  de
Reïs],  1838  bereits  20’),  allein  trotzdem  gelangt  man  nicht  zum  Gleichgewichte ­
  (Budget  von  18"%,  Einn.  30’128,000  gegen  40’007,000  Bedarf ­
  ;  Budget  von  18"%,  Einn.  45  Mill,  gegen  48  303,000  Bedarf,
18'%,  51%’  Einn.,  53’878,000  Bedarf).  Zu  den  Einkünften  liefern
die  Zölle  %;  18'%,  35’023,000  Mil-Reïs  (darunter  5’123,000  von
Ausfuhrzöllen),  und  seitdem  hat  man  die  Gebühren  noch  erhöht.
            
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