506 ALLGEMEINE VERHÄI.TNISSE. — Sterblichkeit nach Monaten.
Monat
18*%.
i8*y«,
pa
18*%,
1 ã
18*%,
I 5 cs
X
18*%.
, %
18*%; 18*%,' 18»%
S I
Januar ,
.Februar
März
April
Mui
Juni
Juli.
August
September
October .
November
December
1140
1162
1067
1045
860
834
910
1084
1021
910
984
983
1143
1234
1278
1186
978
876
828
855
880
879
919
935
1153
1030
1051
1066
1041
918
876
975
976
924
985
1005
1253
1215
1208
1137
1076
956
853
839
866
830
845
972
1191
1094
1097
1020
947
941
917
954
992
908
918
1020
1170
1155
1231
1149
1044
925
815
878
935
846
900
951
1084
1114
1179
1179
1108
965
971
882
801
828
909
980
1181
1140
1143
1183
1127
944
844
839
884
880
916
919
994
1151
1211
1178
1072
844
760
821
1019
950
1068
992
Differenz*) I 328 I 450 I 277
423
283 I 416 I 378 I 344
451
Durchgehends sind es die kalten Monate, welche eine übergrosse
Menschenmenge hinwegraffen, ja in der Regel sind sie es allein, welche
eine das jährliche Mittel überschreitende Anzahl Opfer fordern. Die
heisse Jahreszeit vergrössert zwar ebenfalls die Sterblichkeit, doch nur
wenig, blos höchst ausnahmsweise bis zur Durchschnittszahl. Natürlich
müssen die schädlichen Temperatureinflüsse eine gewisse Zeit hindurch
auf den Körper eingewirkt haben, ehe die Zerstörung erfolgen kann.
Dies gilt namentlich von der Hitze. Die Kälte aber wirkt verderblich
sowol alsbald nach ihrem Eintrit, als auch noch lange nachher. Aller
dings stellt sich mit derselben gewöhnlich auch grösserer Mangel, Be
schränkung des Arbeitsverdienstes bei steigendem Bedarf, ein. (Ziem
lich abweichende Ergebnisse, die man bezüglich des Winters und Som
mers auf der Insel Island gemacht haben will, lassen wir hier unerörtert.
Es scheinen die Berechnungen ungenügend zu sein oder besondere Ver
hältnisse obzuwalten.) Ein Paar helle, schneidend kalte Januar-oder
Februartage , — dieses für so gesund gehaltene »reine , klare Wetter« —
verniehten oft die Existenz von 1000 und mehr Menschen in einer ein
zigen Stadt wie London im Laufe einer einzigen Woche, über die ge
wöhnliche Sterbezahl. Viele Menschen sind nemlich durch Alter,
Entbehrung, chronische Leiden oder Schwäche so weit herabgebracht,
dass ein plötzliches Sinken der Temperatur das zwischen der Vitalität
und der Krankheit gerade noch schwankend erhaltene Gleichgewicht
zerstören und das Leben zu Ende bringen kann. So lange die Respira
tionsorgane nicht zu stark in Anspruch genommen werden, widerstehen
sie noch der Krankheit; eine geringe Vermehrung des ungünstigen Ver
hältnisses in der einen Wagschale genügt dagegen, diesem ungünstigen
Elemente das Uebergewicht zu verschaffen.
Uebereinstimmend mit den nach Monaten gesammelten Erfahrun
gen, dass in gemässigten Climaten nicht die Wärme, sondern die Kälte
es ist, welche den menschlichen Organismen am meisten schadet, sind
die Berechnungen nach Jahren (obwol uns deren zur Zeit noch wenige
*) Zwischen Maximum und Minimum.