Full text: Währung und Handel

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/um Solilusae soll liier noch ein Argument erwälinl 
werden, das liänfig gegen die Anschaiinng geltend gemachl 
wird, dass der Zinsfhss nicht von der Geldmenge, sonderr 
\on der ( apitalslülle abhänge. Man verweist darauf, dass die 
grossen Banken regelmässig ihren Zinsthss erhöhen , wenn ihre 
Metallreserye angegriffen wird, und hält dies Schwinden der 
Reserve mit einer Verringerung der Circulationsmittel für 
gleichbedeutend. Tn Wahrheit ist jedoch diese Identität der 
Reserve und des jeweiligen Umfanges der Circulation nur unter 
gewissen Voraussetzungen vorhanden. Wenn die Circulations- 
mittel durch das Hereinströmen fremder Metalle sich ver 
mehren, dann wird diese Thatsache in einer Anschwellung 
der Bankreseiwe zum Ausdrucke kommen und demzufolge ermäs- 
sigend auf den Zinsfuss wirken, und umgekehrt wird eine 
Verringerung der (ärciilationsmittel, die durch Abströmen 
der Edelmetalle hervorgerufen wird, die Bankreserve ver 
mindern und dadurch eine Erhöhung des Zinsfnsses hervor- 
míen. Wenn jedoch die Vermehrnng der IJmlanfsmittel durch 
eine Vennehrung der Notenausgabe seitens der Bank vor sich 
geht, dann wird dies die Bankreserve vennindern, und um 
gekehrt wird eine Verminderung des Notenumlaufes durch die 
Bank die Bankreserve erhöhen; nunmehr wird die Vennehrung 
der Circulation zur Zinsfusserhöhung, die Verminderung der 
selben zur Zinsfussermässigung führen. Ini Allgemeinen soll 
aber mit der Bebau|,tnng, dass der Zinsfuss vom Capital- 
and nicht vom (leldvorrathe abhänge, durchaus nicht gesagt 
sein, dass nicht eben der Zinsfuss berufen sei, regulirend auf 
den Celdvorrath zu wirken , d. h. Held herbeizuziehen, wenn 
davon vorübergehend weniger vorhanden ist, als den Circiila- 
Ronsbedürfnissen entspricht, und umgekehrt den Abdusss des 
selben zu erleichtern, wenn davon über den Circulationsbedarf 
sich angesammelt hat. Nur dürfen dabei der Stand der Circulations- 
mittel und der Zinsfuss, nicht in der M^eise als Ursache und Wir 
kung betrachtet werden, als ob der letzte Urund immer in dem 
^laen, die Wirkung immer in dem anderen zu finden wäre, oder als 
ab es gelingen könnte, durch wie immer geartete Veränderung ini 
j^taiide der Geldzeichen den Zinsfuss dauernd zu beeinflussen. Beide 
Gdingen sich wechselweise, und zwar so, dass hoher Zin.sfuss Geld- 
a lerfluss herbeirnft, dieser wieder den Zinsfuss erniässigt, mässigei 
Hr. TU. H e r t z k a , Währung und Handel. y
	        
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