Full text: Währung und Handel

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Zalilniigsbilanz Baarzalilungpii zu empfangen hätte, braucht 
nicht erst zu warten, bis diese Baarzalilungen durcli ihren 
Kinriuss auf die Kaufkraft seiner (Hrculationsinittel seine 
impnrtfähigkeit erliüht liaben ; "es kann vielinelir den Saldo 
sofort tlieilweise oder gänzlich in Foi-m von anderen W'erthen 
beziehen, ln diesem Falle realisirt dasselbe seinen Nutzen viel 
unmittelbarer, als wenn es baare Sendungen empiängt, die es 
ja schliesslich, wie sich späte]- zeigen wird, doch gegen (rüter 
anderer Art umsetzeu müsste, und auch die Schwankungen 
dei intei nationalen Zahlungsbilanz werden auf ein geringeres 
.Mass reducirt. Der WVchselcours hat dann seine ausgleichende 
A\ il kling nicht erst nachträglich, sondern augenblicklich ausgeübt. 
Sehen wir nun, wehdien Kinfiuss eine gestörte Valuta 
auf den Wechselcours übt. Käme in dem Disagio der Geld 
zeichen eines Kandes blos der Unterschied zwischen dem 
^ ííi’the der Papiergeldzeichen und dem Geldwerthe auf dem 
^ f*itinarkte zum Ausdrucke, so müsste ein sfdidier Einfluss 
überhaupt geleugnet werden. Ein beispielsweise in Wien aus- 
ge.stellter AWchsel über 110 H. ö. W. Parlier wäre in Paris 
bei einem Agiostande von llu, lOO Ü. Silber oder da 2'4(391 
Fram-s einem österr. Silbergulden gleich sind, 240-91 Francs 
werth und bei einer Gleichheit des Angebots und der Nach 
frage würden diese 240 91 Francs auch thatsächlich in Paris 
für denselben gegeben, und umgekehi-t würden in Wien für 
einen Pariser Wechsel von 240 91 Francs 110 fl. in österr. 
I.aiidesvaliita zu erhalten sein. Die Sache verhält sich jedoch 
nicht so. Die 1 10 fl. österr. Dandesvaluta sind in Oesterreich 
nicht so viel werth, als die 240 91 Francs in Paris, u. zw. 
aus dem einfachen (irunde nicht, weil auch die lOO fl. ö. W. 
Silber, die in Oesterreich für llO fl. Landesvaluta zu ei-halten 
sind, in ( lesterreich selbst gar nicht so viel wei-th sind und 
werth sein können, als dasselbe Silberquantum, aus welchem 
allerdings genau 24091 Francs geprägt werden, in Paris 
werth ist. 
Es ist nämlich ein gewaltiger Irrthum, wenn man etwa 
glaubt, dass die im Oourse angegebene Devaluirung der Geld 
zeichen eines J^andes das Verhältniss dieses Geldwerthes zum 
Geldwerthe auf dem A\ eltmarkte ausdrückt. In diesem (Jours 
verluste spiegelt sich blos die Differenz im Wert he des Metall-
	        
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