Full text: Währung und Handel

181 — 
mittein nicht vermehren und dadurch keine Preiserhöhung 
herbeifiiliren ; wohl aber sinkt durch das wachsende Angebot 
der Preis der Edelmetalle in diesem Lande in Papiergeld aus 
gedrückt , d. h. es steigt der Edelmetallwerth seiner Papiergeld 
zeichen, und folglich repräsentirt nunmehr dessen vorhandenes 
Tauschmittelquantum trotz des unveränderten Umfanges der 
Circulation doch einen höheren V erth. Die Preise werden jetzt, 
in l'apiergeld ausgedrückt, / die nämlichen bleiben, dagegen 
aber in Edelmetall umgerechnet, steigen, so dass aus diesem 
Drunde der Import lohnender, der Export minder lohnend 
werden, die Zahlungsbilanz sich verschlimmern müsste. Aber 
diese auf einem Umwege erfolgte gesunde Wirkung der Edel 
metallströmung kann auch hier dadurch paralysirt werden, 
dass das Papiergeldland in einem solchen Falle ein 
anderes den internationalen Handel nicht berührendes Mittel 
der Ausgleichung besitzt, nämlich die Restriction seines Noten 
umlaufs. Unfehlbar treten dagegen sofort jene Erscheinungen 
ins Sjuel, die in den Capiteln 2, 3 und 4 erörtert wurden. 
Die Production wird, wenn auch nicht effectiv, so doch schein 
bar erschwert, an die Stelle der Exporthinderung und Import 
beförderung durch reelle Preisverhältnisse tritt die nämliche 
AVirkung in Folge einer wirthschaftliehen Fiction. 
Nun wäre bei so gearteter A erschiebung der AA irkungen 
zwar für alle Fälle der Schaden vorhanden, dass die Her 
stellung des (Gleichgewichts in der Zahlungsbilanz nach der 
einen oder anderen Seite nicht dadurch erfolgen könnte, dass 
jene Seite der internationalen Handelsgeschäfte stärker culti- 
virt wird, die im Augenblicke mit grösserem reellen Nutzen 
betrieben werden kann, sondern zumeist dadurch, dass sich 
der Nutzen des einen oder anderen Zweiges nur scheinbar 
erhöht; aber es könnte zum Alindesten dieses Gleichgewicht 
erreicht werden. 
In Wahrheit aber gelingt dieses Kunststück der Her 
stellung des Gleichgewichts in Ländern mit Papiervaluta last 
niemals, zum Alindesten nicht in jenem Alasse, dass sie beim 
Austausche der beiderseitigen AA’^echselverbindlichkeiten einen 
wesentlichen Coursgewinn erreichen können. 
Ganz abgesehen von den internationalen Verkehrsbezie 
hungen besteht eben, wie im VT. Capitel nachgewiesen wurde.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.