Full text: Währung und Handel

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bindung der Capitalsansammlung oder die Unterbindung der 
Production sieb energischer fühlbar macht, um den Ausschlag 
bei der AVaaren- oder bei der Effectenbilanz zu geben. Ist 
Kr.steres der Fall, beginnen trotz gestörter Production die 
Capitalien zu mangeln, so \\ird sich die Ungunst der Bilanz 
hauptsächlich im Waarenhandel zeigen; ist letzteres der lall, 
so wird dies zunächst beim Etfectenhandel der Fall sein. 
Immer jedoch werden die Schutzzölle die Tendenz haben, die 
Exporte zu hemmen, und nur wenn auf der einen Seite diese 
Hemmung einen ganz unverhältnissmässigen Umfang erreicht, 
wird dies eine relative Besserung auf der anderen Seite er 
zwingen. Granz dasselbe gilt von den Dienstleistungen. Die 
Vertheuerung aller Preise muss nothwendigerweise auch alle 
jene Dienstleistungen, deren Kosten sich vornehmlich aus 
Löhnen zusammensetzen, vertheuern und folglich deren Con- 
curren/ auf dem AVeltmarkte erschweren. Eine Reaction kann 
auch hier lediglich dadurch eintreten, wenn etwa die Unter 
bindung des Unternehmungsgeistes die Löhne trotz der Theue- 
rung aller Lebensbedürfnisse nicht nur relativ, sondern auch 
absolut herabdrückt. 
Mit einem AA'orte, die Schutzzölle würden auf allen Ge 
bieten des internationalen Verkehrs die Zahlungsbilanz fort 
während verschlechtern, wenn nicht die in ihrem Gefolge 
gehende Erschwerung der Production, die Unterbindung des 
wirthschaftlichen Aufschwunges, dem Uel)erwiegcn der Bezüge 
an AVaaren, Dienstleistungen und A\'erthpapieren eine Grenze 
zögen. Die Schutzzölle regeln also allerdings auch die Zah 
lungsbilanz, aber in ganz anderer AVeise, als es bei den 
AVechselcoursen der Fall ist. AVährend hier die Beförderung 
der Eoncurrenzfähigkeit in Folge des EdelmetallabHusses 
das Correctiv ist, liegt dieses bei den Schutzzöllen in dei 
Vei armung, hervorgerufen durch die Erschwerung der 
Production. 
Im Uehrigen aber handelt es sich bei jeder Schutzzoll 
politik nicht um die gleichmiissige Vertheuerung aller A\ aaren- 
hezüge. sondern um die gewisser bevorzugter Kategorien, hür 
diese kann nun allerdings eine Aenderung in der Handels- 
bewegnng erzwungen werdtui. Wenn beispielsweise ein Land 
mehr Kisen imporlirt als exportirt und es wird nun ein aus-
	        
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