Full text : Währung und Handel

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es  in  einem  solchen  Lande  mehr  und  mehr  verschmähen
werden,  die  Staatsdienste  autznsuchen,  wo  sie  keine  ihren
Fälligkeiten  entsprechende  Entlohnung  mehr  linden.  Die  untüchtigeren ­
  Individuen,  die  an  ihre  Stelle  treten,  können  dann
selbstverständlich  nicht  mehr  dasselbe  leisten  wie  jene,  um  so
weniger,  da  schliesslich  auch  sie  sieh  genöthigt  sehen  werden,
Nehenverdienste  aul’zusuchen,  deren  Ertrag  iluien  dasjenige
ersetzen  soll,  was  ihnen  der  Staat  vorenthält,  und  eine  solche
(Icpllogcnhcit  nicht  darnach  angethan  ist,  die  Arbeitslust  in
den  Bureaux  des  Staates  zu  erhöhen.  Und  wenn  schliesslich
die  Entwerthung  des  Geldes  und  die  damit  Hand  in  Hand
gehende  Theucrung  einen  allzu  hohen  Grad  erreicht  haben,  so
slelit  sich  der  Staat  endlich  doch  gezwungen,  die  Gehalte  zu

erhöhen,  und  er  hat  dann  in  doppelter  Beziehung  verloren,
nämlich  durch  die  Vermehrung  sowohl  als  durch  die  Erhöhung
der  Dotationen.
Für  den  Staat  ist  also  die  Wirkung  der  Valuta  Verschlechterung ­
  keine  wesentlich  andere  als  für  jenen  riieil  dei  Staats
bürger,  der  dadurch  am  meisten  benachtheiligt  wird,  nämlich
für  die  auf  Hxe  Gehalte  Gesetzten.  Seine  Einnahmen  kann  er
nur  unwesentlich  und  das  nur  unter  den  grössten  Schwieiigkeiten
  erhöhen  ;  bei  seinen  Ausgaben  dagegen  muss  er  sich  fast
vollständig  der  allgemeinen  Preissteigerung  unteiwerfen.  Wie
verderblich  sich  ein  solcher  Zustand  für  die  Finanzen  eines
Staates  erweisen  kann,  zeigt  sich  mit  erschreckender  Klarheit
an  dem  Beispiele  der  österreichischen  Finanzlage.  Die  Zinsenersparnisse
  aus  jeneu  zinsenlosen  Anlehen  ,  die  seit  dem
,1  ahre*  1848  die  österreichische  Valutaversclilecbterung  zui
Folge  gehabt  haben,  beliefen  sich  hochgerechnet  auf  durchschnittlich ­
  1.5  Millionen  Gulden  im  Jahre.  Da  in  derselben
Zeit  die  durchschnittlichen  Ausgaben  des  Staates  ungefähr
450  Millionen  Gulden  im  Jahre  betrugen  und  von  diesem  Gesa ­
  mmtbetrage  reichlich  in  jene  Kategorie  gehören,  die  von
jeder  Schwankung  des  Silberwerthes  unmittelbar  berührt
wurde,  Vio  in  jene  Kategorie,  bei  welcher  sich  der  Ein  Muss
dieser  Schwankungen  zwar  nicht  sofort,  aber  auf  die  Dauer
doch  ganz  unfehlbar  einstellte,  und  hoch  gerechnet  bio  von
den  Schwankungen  des  Geldwerthes  überhaupt  nicht  direct
berührt  wurde;  und  da,  wie  sich  im  4.  Capitelbgezeigt  hat.
            
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