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Golílpi'odiiction (lie künstlich gescliaítene vermehrte (xohlnacli-
Irage der Düppelwährungsländer und der vermehrten Silber
nachfrage Ostasiens das künstlich geschaffene Silberangebot
derselben Länder entgegen. Beides konnte zwar die Verände
rung der Werthrelation nicht vollständig paralysiren, genügte
aber, um dieselbe innerhalb enger Grenzen zu halten.
Es unterliegt jedoch keinem Zweifel, dass die Länder der
Doppelwährung diese ausgleichende Wirkung nicht in alle
Ewigkeit äussern konnten ; es musste noth wendigerweise der
Moment eintreten, wo ihr Silbervorrath erschÖ2)ft und damit
auch ihre Aufnahmsfähigkeit für Gold an ihre Grenze gelangt
wäre. Thatsächlich begann es dort bereits nicht blos an den
groben silbernen Courantmünzen, sondern auch an den als
Scheidemünzen dienenden kleinen Silberstücken zu fehlen und
man sah sich deshalb in Frankreich zu ernstlichen Gegen-
massregeln gezwungen. In Nordamerika, wo inzwischen das
Papiergeld zur Herrschaft gelangt war, trat die Münzfrage
selbstverständlich in den Hintergrund. Frankreich, die Schweiz,
Belgien und Italien aber schlossen im Jahre 1800 die
sogenannte lateinische Münzconvention, die gegen das drohende
Unheil Abhilfe schaffen sollte. Es wurden Zwei-, Ein- und Ein-
halb-Frankenstücke nunmehr als Scheidemünze ausgeprägt,
um deren Einschmelzung zu verhindern und in solcher Art
dem Verkehre die noth wendigen kleinen Geldstücke zu
bewahren. Da die Circulation im Uebrigen bereits thatsächlich
ans Goldstücken bestand, so regten Italien, Belgien und die
Schweiz die reine Goldwährung an. Deren Annahme scheiterte
jedoch am Widerspruche Frankreichs und die kleineren Staaten
gaben nach, umsomehr da die factische Goldwährung gesichert
schien.
Bald darauf aber trat ein abermaliger Umschwung in
der Werthrelation ein, und dessen Wirkungen wurden diesmal!
da weder die nordamerikanische Union, noch die lateinische
Münzconvention mit ihren Edelmetallvorräthen ausgleichend
dazwischen traten, in ganz anderer Weise fühlbar als die ent-
gegengesetzte Umwälzung des früheren Decenniums. Die Werth
relation, im Jahre 1807 ziemlich hart an der von der lateinischen
Münzconvention festgesetzten Grenze von löVa stehend, hob