TT. Capitel.
Silber- und Goldwährung:.
Nachdem im vorigen Capitel die historische Kiitwicklung
der Miinzziistiiiide in den civilisirten Staaten geschildert wurde,
handelt es sich nni die Entscheidung der Frage, welche ]\Iiinz
Verfassung die relativ beste sei, welches. Geld den Anfor
derungen des Verkehrs von Fall zu Fall am besten entspreche.
Um diese Frage zu entscheiden, muss man sich den Zweck
des Geldes vergegenwärtigen. Dieser besteht darin, dem Ver
kehre einen Werthmesser zu geben, der möglichst unveränder
lich durch längere Zeit die nämliche Kaufkraft behält und der
überdies in denkbar bequemster handlicher Form die Geschäfte
vermittelt. In allen Beziehungen bieten hier die Edelmetalle
Gold und Silber vor den anderen bekannten Gütern so viele
und so Ausserordentliche Vortheile, dass die Wahl nur zwischen
diesen beiden schwebt. Vermöge ihrer Unzerstörbarkeit hat
sich in ihnen die Arbeit vergangener Jahrhunderte und Jahr
tausende vollständiger aufgestapelt, als in irgend einem andern
St(jiïe so dass im Vergleiche zu dem vorhandenen Vorrathe
die laufende Broduction, sie mag noch so gross sein, verhält-
nissmässig doch nur wenig in’s Gewicht fällt. Dies sichert
die relative Stabilität ihres Preises, obwohl es ganz unzweifcl-
haft ist, dass gerade wegen dieser unnnterbrochenen Aufsta
pelung ihr Tauschwerth im Vergleiche zu allen anderen Gütern,
die sich mehr oder minder rasch abnützen und stets neu erzeugt
werden müssen, in einem continuirliclien säeularen Sinken be-