Full text: Währung und Handel

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griflPen ist. Zugleich ist aber dieser Werth noch immer so hoch 
geblieben, dass in einer verhältnissmässig geringen ]\Ienge 
Kdelmetalles doch eine sehr bedeutende Tauschkraft steckt 
und dieses also auch heute noch ein höchst bequemes Zahl 
mittel ist. Aber hier darf nicht verkannt werden, dass in 
letzterer Beziehung die Eignung der Edelmetalle zu Geld 
zwecken eine Einbusse erlitten hat. Vor einem halben Jahr 
tausende noch Hess sich kaum ein im praktischen Verkehre 
vor kommendes Geschäft denken, welches durch Vermittlung 
des Metallgeldes nicht in einfachster und bequemster Weise 
hätte beglichen werden können. Es gab Wenige, deren Ver 
mögen dem Werthe eines Centners Gold gleichgekommen wäre ; 
es konnte also Jedermann, wenn es ihm beliebte, sein ge- 
sammtes Um und Auf in Goldform leicht bewahren, ja bequem 
bei sich tragen und jedenfalls ohne Belästigung mit Silber 
oder schlimmstenfalls mit Gold die umfangreichsten Trans 
actionen vollführen. Es ist dies heute durchaus anders ge 
worden. Bie Kaufkraft der Edelmetalle ist derart gesunken, 
dass die Transactionen im grossen Verkehre sehr oft den Um 
satz von vielen Centnern Goldes, und selbst im kleinen Ver 
kehre den Umsatz von Centnern Silbers erfordern. Ihr Vermögen 
in Edelmetallform mit sich zu führen, ist heute nur den Minder 
bemittelten möglich, kurz die Edelmetalle sind als Instrumente 
des Verkehrs so schwerfällig geworden, dass sie nicht mehr 
allen Bedürfnissen desselben entsprechen, ln wie weit dies 
nun ihrer wirklichen Entwerthung oder anderweitigen Ur 
sachen zuzuschreiben sei, ist allerdings eine andere Frage. 
Denn daraus, dass ein Pfund Gold heute seinen Besitzer minder 
reich macht als vor einigen Jahrhunderten, ohne weiters fol 
gern zu wollen, dass dieses Gold selbst im Werthe zurück 
gegangen sei, wäre allerdings nicht streng logisch. Es können ^ 
sich eben auch die Begriñ'e über iieichthum geändert haben, es 
können die Güter, die gegen Gold eingetauscht werden sollen, 
an innerem Werthe gewonnen haben; und Beides hat in der That 
stattgefunden. Die Bedürfnisse der Menschen haben sich im ge 
schichtlichen Verlaufe ganz ausserordentlich vermehrt. Ein 
Kleid, ein Schwert, eine dürftige Hütte, Korn und Fleisch, 
das war das Ziel der Wünsche selbst des freien wohlhabenden 
Mannes im frühen Mittelalter. Inzwischen sind tausend neue 
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