Full text : Währung und Handel

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würde  (die  Edelsteine  sind  ans  teclinisclien  Gründen  zn  Geldzwecken ­
  absolut  unbrauchbar),  so  musste  eben  der  Credit  in
die  Lücke  treten,  die  der  steigende  Verkehr  geschaffen.
Schon  diese  einfache  Betrachtung  erklärt,  warum,  ganz
ahgesehen  von  anderweitigen  Gründen,  aus  Rücksichten  der
Handlichkeit  und  Beijuemlichkeit  das  Gold  in  den  meisten  Staaten
den  Vorzug  vor  dem  Silber  errungen  hat,  und  je  weiter  die
Verminderung  der  Kaufkraft  beider  Edelmetalle  im  Verlaufe
der  Zeiten  fortschreiten  wird,  ihn  immer  mehr  und  mehr  gewinnen ­
  muss.  Derselbe  Grund,  der  vor  der  kolossalen  Vermehrung ­
  des  Edelmetall-Vorrathes  der  civilisirten  Welt  in  Folge
der  Entdeckung  Amerika’s  für  das  Silber  als  Währungsmetall
sprach  und  demselben  auch  thatsächlich  die  beinahe  ausschliessliche ­
  Herrschaft  sicherte,  nämlich  die  Rücksicht  auf  die  Verkehrsbedürfnisse, ­
  spricht  gegenwärtig  in  ebenso  starker  Weise
für  das  Gold.  So  lange  man  ein  Joch  Ochsen  für  wenige
Gulden  kaufte  und  für  ein  Huhn  einen  Geldbetrag  zahlte,  der,
wenn  er  in  Gold  ausgeprägt  worden  wäre,  nur  mit  Hilfe  guter
Mikroskope  sichtbar  gewesen  wäre,  so  lange  war  es  naturgemäss,
  das  Silber  als  Werthmassstab  zu  gebrauchen.  Heutzutage, ­
  wo  ein  gutes  Joch  Ochsen  mehrere  hundert  Thaler  kostet,
wo  also  der  Landmann,  wenn  er  auf  dem  Viehmarkte  seinen
Einkauf  macht,  einen  Wagen  mit  Silbergeld  mit  sich  führen
müsste,  und  wo  umgekehrt  selbst  die  meisten  Gegenstände
des  kleinen  Gebrauches  mit  (Goldstücken  bezahlt  werden  können
—  heute  verlangt  der  Verkehr  das  (loldgeld.  Dieselbe  historische ­
  Entwicklung,  die  vor  Jahrtausenden  den  Uebergang  von
Kn])tcr  und  Bronze  als  Währungsmetallen  zum  Silber  erzwang,
wird  nunmehr  den  Uebergang  vom  Silber  zum  Golde  erzwingen. ­

Man  unterschätze  die  V  ichtigkeit  dieses  BequemlichkeitsjMomentes
  nicht.  Niemand  wird  bestreiten,  dass  die  Zahlung
grösserer  Beträge  in  Silbermünze  überaus  lästig  ist,  dass  der
Verkehr  in  den  Ländern  mit  reiner  Silberwährung  sich  häufig
gezwungen  sieht,  zu  allerlei  Surrogaten  zu  greifen,  gleichviel
oh  dieselben  Banknoten  oder  fremde  Goldmünzen  seien.  Beide
sind  gleich  schädlich.  Die  Banknote  ist  ein  Hebel,  wenn  auch
ein  nothwendiges,  ihr  sind  vornehmlich  die  grossen  Erschütterungen ­
  zu  verdanken,  die  im  Geld  verkehre  der  civilisirten
            
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