Full text : Währung und Handel

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werden  können.  Dass  nichtsdestoweniger  aueli  die  Ausgabe
nietalliscli  nicht  voll  bedeckter  Noten  wirthschaftlich  gerechtfertigt ­
  ist,  ja  unter  Umständen  ein  grosses  wirthschaftliches
(xlück  und  gerade  das  Schutzmittel  gegen  Krisen  der  verderblichsten ­
  Art  werden  kann,  das  zu  begründen  und  zu  erörtern, ­
  gehört  nicht  in  den  Kähmen  dieser  Arbeit.  Aber  klar
ist  jedenfalls,  dass  es  von  Vortheil  für  jedes  Land  ist,
wenn  sein  (Teldverkehr  nicht  in  allzu  grossem  Betrage  durch
Noten  bedient  wird,  wenn  die  sichere,  sich  selbst  regulirende
Grundlage  möglichst  bieit  und  der  von  menschlicher  Willkür
abhängige  papierene  Autbau  möglichst  klein  ist.  Nimmt  man
an,  dass  auch  eine  tüchtige  Verwaltung  eines  Zettel-Institutes
sich  über  den  Umfang  der  Noten-Ausgabe  um  10  Bercent
irren  kann,  so  wird  dieser  Irrthum  nur  8  Bercent  des
gesammten  Geldumlaufes  betragen,  wenn  die  (Kddcirculation
zu  2/j  aus  Metall  und  blos  zu  bs  aus  Banknoten  besteht.  Ist
aber  das  umgekehrte  Verhältniss  der  Fall,  so  wird  ein  Irrthum ­
  voll  10  Bercent  im  Notenumläufe  b  (i  Bercent  des
gesammten  Umlaufes  betragen  und  die  Krisis,  die  ein  solcher
Irrthum  hervorrufen  kann,  wird  im  zweiten  Falle  doppelt  so
intensiv  sein  als  im  ersteren.  Das  Bedürfniss  nach  Noten  ist
aber  ganz  naturgemäss  in  dem  Lande  mit  Silberwährung  viel
grösser  als  in  dem  Lande  mit  Goldwährung,  denn  dort  wird
das  Bedürfniss  nach  10  d.-Noten  ein  viel  dringenderes  sein
als  hier  nach  100  fl.-Noten,  da  10  H.  in  Silbergeld  schwerer
und  unbequemer  sind  als  100  fl.  in  Gold  ;  sie  haben  bei  der
heute  geltenden  Werthrelation  von  1:19  nahezu  das  doppelte
Gewicht  und  nicht  viel  unter  dem  vierfachen  Rauminhalte.
Das  specitische  Gewicht  des  Goldes  ist  nämlich  beinahe  doppelt ­
  so  gross  als  das  des  Silbers;  ersteres  ist  19bb,  letzteres
IOV2  ^^al  so  schwer  als  Wasser.  Bei  einer  Werthrelation  von
1:19  repräsentirt  also  ein  Stück  Gold  das  übfache  des
Werthes  eines  gleich  grossen  Stückes  Silber.
Die  reine  Silberwährung  eignet  sich  daher  aus  allen
diesen  Giünden  gegenwärtig  nur  mehr  für  jene  Länder,  in
denen  die  grosse  Masse  der  Bevölkerung  so  arm  ist  und  wo
die  Preise  gleichzeitig  so  niedrig  sind,  dass  zur  Mehrzahl  der
Transactionen  noch  immer  die  Silbermünzen  ein  vollkommen
ausreichendes  Tauschmittel  abgeben.  Dies  ist  thatsächlich  in
            
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