Full text : Währung und Handel

259  —

(las  Silber,  welches  im  Preise  sank,  und  zwar  langsamer,
wenn  seine  Production  in  massigen  (Grenzen  blieb,  stärker,
wenn  es  diese  Grenzen  überschritt?
Alle  Gründe  sprechen  für  das  Letztere.  Es  ist  vor
Allem  otfenbar,  dass  auch  der  Goldwerth  im  Laufe  der  Jahrhunderte ­
  nicht  absolut  stieg,  sondern  olfenbar  gefallen  ist,
Wohl  kauft  man  heute  für  ein  Pfund  Gold  mehr  Silber  als
vor  J  und  4  Jahrhunderten,  aber  man  kauft  weniger  von  der
weitaus  grössten  Mehrzahl  aller  anderen  Waaren  dafür.  Es
sind  also  Gold  und  Silber  zugleich  in  ihrer  Tauschkraft  zurückgegangen, ­
  nur  allerdings  das  Silber  weit  bedeutender  als
das  Gold.  Diese  Thatsache,  die  wohl  schwerlich  bestritten
werden  dürfte,  genügt  für’s  erste  vollkommen  zu  Erbringung
des  Beweises,  dass  im  säcularen  Verlaufe  die  Kaufkraft  des
Goldes  stationärer  geblieben  sei,  als  die  des  Silbers.
Dass  dem  aber  so  ist,  dürfte  im  Folgenden  seinen  Grund
haben  :
Die  fortschreitende  Production  beider  Edelmetalle,  und
die  damit  Hand  in  Hand  gehende  Entwerthung  beider,  drängte
stets  fühlbarer  zum  Gebrauche  des  Goldes  zu  Geldzwecken  ;
beim  Golde  stand  daher  der  Entwerthung  ein  stets  wachsender
Gebrauchswerth  entgegen,  während  die  durch  das  Productionsverhältniss
  bedingte  Entwerthung  des  Silbers  noch  durch  das
Abnehmen  des  Gebrauchswerthes  zu  Circulationszwecken  beschleunigt ­
  wurde.  Diese  Disparität  in  der  Entwicklung  der
Werthrelation  hätte  noch  viel  schrotfer  hervortreten  müssen,
wenn  Ostasien  mit  seinem  ausschliesslich  auf  Silber  gerichteten ­
  Bedürfe  dem  abendländischen  Angebote  nicht  entgegengekommen ­
  wäre.  Von  den  Ursachen  dieses  ostasiatischen  Bedarfes ­
  soll  späterhin  noch  ausführlicher  gesprochen  werden.
'  Doch  kann.  es  offenbar  a  priori  keinem  Zweifel  unterliegen,
dass  für  den  Fall,  als  die  ostasiatischen  Länder  bezüglich
ihrer  Aufnahmsfähigkeit  den  Edelmetallen  gegenüber  dieselben ­
  Verhältnisse  zeigen  würden,  wie  das  Abendland,  d.  h.
wenn  auch  bei  ihnen  das  Bedürfniss  nach  Gold  mehr  und
mehr  gestiegen,  das  Bedürfniss  nach  Silber  mehr  und  mehr
in  den  Hintergrund  getreten  wäre,  der  Werthabstand  beider
Edelmetalle  heute  voraussichtlich  ein  noch  weitaus  höherer
geworden  wäre,  als  es  thataächlich  der  Fall  ist.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.