Full text : Währung und Handel

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Vom  Ende  des  Jahres  1862  bis  zum  dO.  April  1866  verminderte ­
  darauf  die  Bank  abermals  ihren  Notemunlaut  um
88’9  Millionen  und  sie  stand  wieder  der  Aufnahme  der  Baar-Zahlungen
  —  für  welche  das  Jahr  gesetzlich  vorgesehen
war  —  sehr  nahe,  als  die  Staatsnoten-Emission  in  Folge  des
österreichisch-preussischen  Krieges  alle  zur  Erreichung  dieses
Zieles  gemachten  Anstrengungen  paralysirte,  indem  damit
jene  ungebührliche  Ausdelinung  der  Circulationsmittel  zu  Wege
gebracht  wurde,  unter  deren  Folgen  der  österreichisch-ungarische ­
  Geldumlauf  bis  zum  heutigen  Tage  leidet.
Die  Insolvenz  der  österreichischen  Nationalbank  war
also  stets  durch  die  Verschuldung  des  Staates  hervorgeruten.
Es  lassen  sich  in  dieser  Beziehung  drei  Epochen  unterscheiden.
Die  erste,  von  der  Gründung  der  Bank  bis  zum  Jahre  1848
reichend,  umfasst  jenen  Zeitraum,  in  welchem  der  Staat  bis
zu  einem  Betrage  von  126’8  Millionen  Gulden  Schuldner  der
Bank  wurde,  ohne  dadurch  deren  Solvenz  zu  stören,  da  eben
trotz  dieser  Verschuldung  ein  Missverhältniss  zwischen  den
Circulations-Mitteln  und  den  Circulations-Bedürfnissen  nicht
hervorgerufen  wurde.  Die  zweite  Epoche  von  1848  bis  1866
umfasst  eine  Zeit,  in  welcher  der  Staat  mit  so  hohen  Beträgen
der  directe  Schuldner  der  Bank  wurde,  dass  diese  letztere
nothgedrungen  ihren  eigenen  Notenumlaut  über  die  Verkehrsbedürfnisse ­
  hinaus  ausdehnen  musste  und  dadurch  ein  Disagio
dieser  Noten  hervorrief.  Nur  vorübergehend,  insbesondere  in
den  Jahren  1851  bis  1854,  ging  mit  dieser  directen  Verschuldung ­
  an  die  Bank  und  mit  dem  dadurch  erzwungenen  Anwachsen ­
  der  Banknotencirculation  auch  die  Emission  von
Staatspapiergeld  Hand  in  Hand.  In  diesen  18  Jahren  machte
der  Staat  zweimal  Anstrengungen,  sich  seiner  Schuld  zu  entledigen ­
  und  die  Valuta  herzustellen,  wurde  aber  immer  durch
dazwischen  tretende  politische  Verwicklungen  und  Kriege  an
der  vollständigen  Durchführung  seines  Vorhabens  gehindert.
Die  dritte  Epoche  endlich  —  vom  J  ahre  1866  bis  zur
Gegenwart  —  zeigt  ein  stationäres  directes  Schuldverhältniss
des  Staates  zur  Ban^  und  zwar  ein  Schuldverhältniss  in  einer
Höhe,  welches  für  sich  betrachtet  die  Basis  des  Geldumlaufes
noch  keineswegs  angreifen  würde.  Dass  nichtsdestoweniger
auch  in  dieser  letzteren  Periode  die  österreichischen  Noten
            
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