Full text: Währung und Handel

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etablirt und dieser sei in Wahrlieit das uaturgeinässeste 
^liinzsysteiii, denn die beiden Jídelinetalle hätten das nämliche 
Recht, den nämlichen Anspruch, zu (ieldzwecken gebraucht 
zu werden. ])ie Natur selbst habe die idenschen daiauf hin 
ge wiesen. Sie habe es in ihrer eisheit so eingerichtet, dass 
ein minder kostspieliges weisses, ein kostspieligeres gelbes 
Edelmetall sich dem (Gebrauche darbiete; sie babe überdies 
die Rroductionsverhältnisse so gestaltet, dass die Ausbeute 
beider Edelmetalle für sich betrachtet, den grössten Schwan 
kungen unterworfen sei und daher auch der (leldwerth in 
den Ländern mit einheitlicher Währung schwanken müsse, 
die Schwankungen in der (fohl- und Silberausbeute sich aber 
gegenseitig in der glücklichsten Weise compensiren, so dass 
das „Electron“ unter stetigeren Productionsverhältnissen 
.stehend, auch in seiner Kaufkraft stetig bleiben werde. Die 
„Monometallisten“ (so werden die Anhänger der Goldwährung 
genannt) seien auch ganz ausser Stande, ihre Ideen durch 
zuführen, denn die Natur enthalte ihnen das zu ihren Zwecken 
nöthige G(dd vor und für das Silber, dessen sie sich entledigen 
müssten, gebe es keine Verwendung; sie vernichteten in frevent 
licher und nutzloser Weise den Werth eines so überaus nütz 
lichen Stoffes, wie es Silber bisher gewesen, und früher oder 
später müsse der Moment kommen, wo sich Alle, ge di angt 
durch die Verhältnisse, zum Bimetallismus bekehren; dieser 
aber werde den Zustand vollständigster Ruhe heibeifühien. 
Ein einzelner Staat könne allerdings die Werthrelation nicht 
willkürlich tixiren. Zwar habe das französische Gesetz eine 
ganz ungeheure Wirkung geäussert, ja es habe allein 
trotz allen Veränderungen der Production die Werthrelation 
durch viele Decennien beinahe unverrückbar festgehalten. Die 
Schwankungen, die von 180:1 bis zur Gegenwart im Gold- 
werthe vorgekoinmeii sein mögen, seien zudem gai nicht aut 
die Productionsverhältnisse, sondern auf jene Irrthümer zurück 
zuführen, die in der Münzgesetzgebung verschiedener Staaten 
begangen wurden. Jetzt aber sei der nionometallistis(die Wahn 
sinn zu gross geworden, Erankreich, welches früher den Münz 
revolutionen sein (píos ego entgegengerufen, sei mit seinen 
Kräften zu Rande gelangt und die Münzunion^ daher zur 
Noth Wendigkeit geworden. Diese müsse aus (gründen dei
	        
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