Full text : Währung und Handel

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heit  so  urplötzlich  das  seltenere  Gold  dem  häutigeren  Silber  in
jeder  Beziehung  gleich  schätzen  werde,  wenn  ein  bimetallisches
  Gesetz  es  fordert.  Es  wird  wahrscheinlich  in  alle
Zukunft  ^Menschen  geben,  die  goldene  Binge,  Armspangen,
ührketten  und  Gefässe  den  silbernen  vorziehen.  ie  die  Dinge
heute  liegen,  behilft  man  sich  mit  dem  Silber,  weil  das  Gold
um  so  viel  theurer  ist.  Wenn  der  Bimetallismus  die  Barität
im  Preise  herstellt,  so  werden  wahrscheinlich  nicht  Wenige
ihre  silbernen  Geschirre  in  die  iVfünze  tragen  und  alle  die
tausenderlei  Luxusartikel,  die  heutzutage  jeder  Wohlhabende
aus  Silber  verfertigen  lässt,  gegen  goldene  umsetzen.  Ls  ist
zu  bezweifeln,  ob  die  17  ^Millionen  l'fund  (xold,  die  im  Abendlande ­
  vorhanden  sind,  hinreichen  werden,  um  einen  scdchen
Tausch  zu  ermöglichen.  Aller  AVahrscheinlichkeit  nach  existiren
hier  mindestens  50  Alillionen  Pfund  Silber  in  horm  von  (toräthen
  und  es  müsste  daher  eine  sehr  grosse  Zahl  von  Alenschen
  durch  den  Bimetallismus  zu  einer  ganz  neuen  (ieschmacksrichtung
  bekehrt  werden,  um  nicht  sofort  zu  Zwecken
der  verschiedenen  industrien  eine  Goldnachfrage  hervorzurufen, ­
  welcher  das  Angebot  selbst  bei  vollständiger  Lrschöpfung
  des  Aliinzvorraths  schon  im  ersten  Augenblicke  nicht
genügen  könnte.  Diese  Gefahr  ist  um  so  augenscheinlicher,
als  die  ostasiatischen  Barbaren,  die  verhälfnissmässig  noch
viel  mehr  Silber  und  viel  weniger  Gold  besitzen  als  das
Abendland,  durch  die  AVerthrelation  von  1  zu  1  gereizt
werden  könnten,  ihre  silbernen  Spangen,  Halsketten  und  Beschläge ­
  gegen  goldene  zu  vertauschen.  Diesen  A\'ilden  würdet’,
sicherlich  ganz  vergebens  erklären,  dass  das  Gold  nicht  mehr
werth  sei  als  das  Silber;  sie  werden  eben  finden,  dass  es
ihnen  besser  gefällt  und  werden  tauschen,  so  lange  es  etwas
zu  tauschen  gibt,  da  es  ist  sogar  zu  vermuthen,  dass  die
Nachfrage  nach  Gold  einen  einigermassen  ängstlichen  und
dringenden  Charakter  annehmen  dürfte,  wenn  man  in  Erfahrung ­
  bringen  wird,  dass  alle  Goldminen  feiern,  die  Silberminen
  dagegen  in  geometrischer  Progression  wachsende  (Quantitäten ­
  ihres  IToductes  auf  den  Alarkt  schicken.  Das  Gold  ist
ein  Ding,  das  sich  langsam  zwar,  aber  allmälig  abnützt;
zudem  gibt  es  Productionsarten,  die  das  Gold  nicht  nui
gebrauchen,  sondern  verbrauchen.  Ls  wird  also  .ledermanii
            
Waiting...

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