Full text : Währung und Handel

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Steigen  der  Silherproduetion  der  Goldpreis,  bei  einem  ^  Sinken
der  Silberproduction  nnd  Steigen  der  (joldprodnction  der
Silberpreis  über  die  gesetxliebe  Relation  binans  steigen  müsste,
was  dann  notbweiidigerweise  eine  Veriindernng  im  (ürculationsstande
  zur  Folge  batte.  Man  würde  die  .Münzen  des  tbener
gewordenen  Metalls  einscbmelzen  und  dnre.b  die  des  billiger  gewordenen ­
  ersetzen.  Aber  wie  Wolowsky  u.  zw.  dies  mit
vollem  Rechte  deducirt,  wäre  diese  Umwechslung
eben  das  ausgiebigste  Hinderniss  erheblicher
Pr  eis  Verrückung.  Schon  die  Möglichkeit,  in  trankreich
allein  Silber  gegen  Gold  anszntauschen,  habe  trotz  der  ^  riesigen ­
  ITeberhandnahme  der  (toldprodnction  in  den  Sechziger-Jahren
  die  Preisschwankungen  aut*  einen  Betrag  reducirt,  der
im  Wesen  niemals  grösser  war  als  der  Betrag  der  Frachtund
  Münzspesen;  um  wie  viel  nachhaltiger  müsse  sich  diese
Wirkung  äussern  ,  wenn  eine  derartige  Timwechslung  an  allen
Münzstätten  der  Welt  möglich  wäre.  Vor  Allem  könnte  die
Differenz  nur  mehr  die  Prägekosten  umfassen,  da  ja  Frachtkosten ­
  niidit  zu  bezahlen  wären  ;  sodann  aber  wäre  der  Vorratb,
  aus  welchem  geschöpft  werden  könnte,  unendlich  grösser,
so  dass  jene  Gefahr  der  Rrschöjifung,  die  den  französischen
Kdelmetallsbeständen  in  vorigen  Decennien  drohte,  kaum  zu
besorgen  wäre.  Denn  wenn  die  Vertheuernng  des  einen  Edelmetalls ­
  durch  genügend  lange  Zeit  angehalten,  müsse  eben
wieder  ein  Umscblag  eintreten,  es  werde  sich  dann  das  andere ­
  Edelmetall  vertheuern  und  die  umgekehrte  Umwechslung
stattünden.  Dadurch  werde  der  Verkehr  abwechseld  aus  Gold
und  Silber  bestehen.  Allerdings  wäre  es  immer  das  relativ
wohlfeilere  Metall,  welches  den  (ärcnlationszwecken  dient,
aber  dies  sei  niidit  hlos  kein  Uebel,  sondern  mit  Rücksicht
darauf,  dass  es  billig  und  nützlich  sei,  die  Schuldner  vor  den
(Däiibigern  zu  begünstigen,  sogar  ein  Vortheil  für  die  Gesammtheit.
  Der  Austausch  des  billigen  gegen  das  tbeiiere
Edelmetall  gehe  ohne  Verlust  vor  sicli,  denn  s])äterhin,  wenn
sich  die  Verhältnisse  wieder  ändern,  erhalte  man  dasselbe
Metall,  das  man  ursprünglich  besessen,  wieder  kostenlos
zurück.  Der  Vortheil  der  Alternativwährung  sei  also  eine
Entlastung  der  Schuldner  und  grössere  Stabilität  des  Geldwerthes.

            
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